Nahtoderfahrung 3/3 - Wandler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits?

Shownotes

O-Töne

• William Peters: "At Heaven's Door" (2022) • Netzwerk Nahtoderfahrung e.V. • Prof. Dr. Wilfried Kuhn, ehem. Chefarzt Neurologische Klinik Schweinfurt • Joachim Nicolai, Psychologe und Vorstand Netzwerk Nahtoderfahrung e.V. • Erik Wrede, Bestatter und Podcaster • Tim van Lommel, Kardiologe und Sterbeforscher • Marie

Weiterführende Links & Infos

Geteilte Sterbevision

Junge Frau erlebte die Todeserfahrung ihres Mannes mit | Sarah Friederichs „geteiltes Todeserlebnis“

https://www.youtube.com/watch?v=RftvDYRsgJw&t=91s

William J. Peters

Buchtipp: At Heaven’s Door: What Shared Journeys to the Afterlife Teach About Dying Well and Living Better

https://www.youtube.com/watch?v=OCY71cl82QA

Prof. Dr. Wilfried Kuhn

https://www.youtube.com/watch?v=qcP6IRz2gBQ

https://www.youtube.com/watch?v=q80lFz3TNwE

Suizidgefahr durch NTEs?

https://netzwerk-nahtoderfahrung.org/index.php/nahtoderfahrung/faqs/koennen-nahtoderfahrungen-suizidneigungen-verstaerken

Thanatos TV „Suizid-Prävention und Nahtoderfahrungen | Joachim Nicolay im Gespräch“

Hilfe bei Suizidgedanken und Suizid im Familien- oder Freundeskreis

https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/suizidpraevention/

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/suizidalitaet

https://www.reden-kann-retten.ch/ich-bin-in-der-krise/hilfe-bei-suizidgedanken

https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Was denkt ein Bestatter über NTEs?Eric Wrede

https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=cHVOhOfSq6I

NÄCHSTE FOLGE

Das Spukhotel im Schwarzwald - Tauche ein in die dunkle Vergangenheit eines über 120 Jahre alten Hotels, wo Vergangenheit und Gegenwart auf unheimliche Weise aufeinandertreffen.

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HOST:

Sonja Wolfer Thriller-Autorin und leidenschaftliche Friedhof-Spaziergängerin https://www.sonjawolferautorin.de Redaktion: Sonja Wolfer Neue Folgen jede Woche dienstags, überall da, wo es Podcasts gibt. Abonniert den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Teilt die Folgen mit euren Liebsten und lasst SCHATTENWISPERN eine Bewertung da.

Transkript anzeigen

Folge 3 Nahtoderfahrungen 1.9.25 final

Es ist das Jahr 2012, ein einsamer Strand in der Karibik in Kolumbien. Herr und Frau Friedrich sind zu ihren Flitterwochen dort. Das Meer war schon ein bisschen bewegt.

Was das Paar aber nicht wusste, war, dass es an der Stelle eine Unterströmung gab. Und dann geschah etwas Furchtbares und gleichzeitig Erstaunliches. Herzlich willkommen bei Schattenwispern, dem Podcast, der euch in die verborgenen Winkel unserer Welt entführt, wo Spannendes sowie Rätselhaftes auf das Alltägliche trifft und die Grenzen zwischen Realität und Mysterium manchmal zu verschwimmen scheinen.

Ich bin Sonja Wolfer, Thriller-Autorin und leidenschaftliche Friedhof-Spaziergängerin. In jeder Episode von Schattenwispern nehme ich euch mit auf eine Reise zu verlassenen Gebäuden mit rätselhafter Vergangenheit, zu Menschen, deren Leben von ungeklärten Erlebnissen geprägt wurde und zu Ereignissen, die sich jeder rationalen Erklärung zu entziehen scheinen. Lehnt euch zu, schließt die Augen und lasst euch vom Schattenwispern in den Bann ziehen.

Das ist jetzt schon die dritte Folge von Schattenwispern und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid. Ich freue mich sehr über das Feedback. Doch bevor wir jetzt weitermachen mit unserer letzten Folge zum Thema Nahtoderfahrung, hier eine Triggerwarnung.

Auch in dieser Folge geht es um das Thema Tod, Krankheit und auch Suizid. Wenn euch das zu viel wird, dann macht Pausen oder hört euch die Folge nicht alleine an oder überspringt sie. In den Shownotes findet ihr Informationen, wo ihr euch Hilfe holen könnt, wenn ihr zum Beispiel Suizidgedanken habt.

Wenn ihr die letzten beiden Folgen nicht gehört habt, hört gerne nochmal rein. Dort habe ich euch verschiedene Menschen vorgestellt, die Nahtoderfahrungen hatten. Ich habe euch in einen geheimnisvollen Raum mit einem ganz besonderen Spiegel geführt, dem Psychomanteum.

Und wir haben darüber gesprochen, was bei uns eigentlich passiert, wenn wir sterben. Wir haben verschiedene Kritiker gehört, die sagen, eine Nahtoderfahrung ist kein Beweis dafür, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Mich haben verschiedene Nachrichten erreicht zu beiden Folgen und auch einen Kommentar, der hervorragend zu dem passt, was ich euch im Intro vorgestellt habe, zu der Geschichte von Frau Friedrich.

Der Kommentar stammt von der Autorin Marianne Bouvier, die folgendes geschrieben hat. Ich glaube, dass unsere Energie weiterlebt in den Menschen, die uns lieben. So empfinde ich es auch mit den Lieben, die in meinem Umkreis verstorben sind.

Unsere Energie lebt in unseren Lieben weiter. Genau das hat offenbar Frau Friedrich erlebt, als sie im Jahr 2012 mit ihrem Mann und einem Freund in das Wasser in der Karibik gegangen ist, um dort zu schwimmen. Frau Friedrich spürt, wie sie von der Unterströmung erfasst wird.

Ihrem Mann geschieht das Gleiche. Im gleichen Moment dreht er sich zu ihr um. Er ist schätzungsweise fünf Meter von ihr entfernt.

In seinen Augen sieht sie Panik. In dem Moment versteht sie, dass er ihr nicht helfen kann. Dass er in genau derselben Situation ist, wie sie auch.

Er hat angefangen, um Hilfe zu schreien. Sie schwimmt zu ihrem Mann hin. Sie will ihm helfen, doch es geht nicht.

Ihr gemeinsamer Freund hört die Hilferufe und versucht, zu ihnen rauszuschwimmen. Doch er schafft es nicht. Frau Friedrich weiß, sie kann ihrem Mann nicht helfen.

Sie kann nur sich selbst retten. Und sie schafft es, wieder in den Strand zu kommen. Ihrem gemeinsamen Freund gelingt es, ihren Mann zu erreichen.

Doch da ist er schon bewusstlos. Auch er wird von der Unterströmung erfasst und muss sich irgendwann entscheiden. Entweder lässt er ihren Mann los oder er ertrinkt mit.

Er hat losgelassen. Zum Glück, wird Frau Friedrich später sagen. Ab und zu sieht sie den Körper ihres Mannes noch zwischen den Wellen auftauchen.

Später kommen andere dazu und retten ihn. Sie tragen ihn an den Strand. Doch er atmet nicht mehr.

Sowohl Frau Friedrich als die anderen versuchen, ihren Mann wiederzubeleben. Aber irgendwann merkt sie, dass sein Kiefer hart wird. In dem Moment versteht sie, dass sie ihn nicht zurückholen können.

Und dann geschieht plötzlich etwas sehr Sonderbares. Sie schildert. Und dann habe ich plötzlich rechts von mir am Strand eine Präsenz wahrgenommen.

Ich nenne es ein Lichtwesen. Das stand ein Wesen aus hellem, goldenem, warmen Licht. Dass ich es wie eine Silhouette wahrgenommen habe.

Vielleicht ist es das, was viele Menschen Engel nennen. Ich weiß es nicht. Und ich weiß noch, ich habe dieses Lichtwesen gesehen und habe innerlich zu ihm gesagt, da stehst du da so blöd rum, mach irgendwas.

Und es hat mir zu verstehen gegeben, dass es nicht kann. Dass es nicht intervenieren kann. Und danach habe ich ein sehr großes Geschenk bekommen für mich und für meinen weiteren Weg.

Ihr habt es natürlich schon gemerkt. Das, was Frau Friedrich da erlebt, unterscheidet sich deutlich von dem, was bisher in Schattenwispern Thema war. Die Nachtoderfahrung.

Frau Friedrich ist nicht diejenige, die gestorben ist. Aber auch sie hat offenbar ein Erlebnis gehabt, das eine Verbindung zum Jenseits, eine Verbindung zu ihrem verstorbenen Mann darstellt. Das, was Frau Friedrich da erlebt hat, nennt man in der Sterbeforschung ein geteiltes Nachtoderlebnis oder auch eine geteilte Sterbevision.

Und sie berichtet weiter. Ich habe plötzlich das Leben von meinem Mann gesehen. Von dem Moment von seiner Geburt bis zu diesem Moment am Strand.

Und das wird ja oft so ein bisschen als Film beschrieben. Aber bei mir das war kein Film. Das war eher so wie alle Informationen auf einmal.

Und danach habe ich mein Leben gesehen. Vom Moment von meiner Geburt bis zu diesem Moment. Und dann beantwortet Frau Friedrich eine sehr interessante Frage.

In diesem Lebenspanorama gab es da auch Details aus dem Leben Ihres Mannes, die Ihnen nicht bekannt waren, die Ihnen einen neuen Einblick in sein Leben vermittelt haben? Das weiß ich nicht mehr so genau. Also ich habe diese Details von diesem Lebensinhalt nicht mehr so genau präsent. Schade, oder? Mich hätte tatsächlich sehr interessiert, ob sie in dem Moment in der Lage gewesen ist, Dinge aus dem Leben Ihres Mannes zu erfahren, die sie nicht hätte wissen können.

Aber was sehr, sehr, sehr stark präsent ist, in beiden Leben habe ich diesen Moment am Strand gesehen. Und ich glaube, darum ging es auch. Deshalb wurde mir das auch gezeigt.

Das kann man rational nicht wirklich erklären. Aber auf einer anderen Ebene, auf einer geistigen oder seelischen Ebene, hat es in dem Moment irgendwie Sinn gemacht. Und wieder frage ich mich, wie es Euch geht.

Ich auf jeden Fall sitze jetzt hier, gucke zum Fenster raus und überlege, war das, was Frau Friedrich da erlebt hat, Wunschdenken? War das das, was sie sich in dem Moment gewünscht hat? Oder war es tatsächlich so, dass die Energie Ihres Mannes nach seinem Versterben immer noch da war und Teil von ihr war, sodass sie seine Gedanken, seinen Lebenspanorama, seinen Lebensrückblick sehen konnte? Und wenn ja, hat er dann dasselbe erlebt? Es gibt einen Wissenschaftler, der sich sehr intensiv mit dem Thema geteilte Nahtoderfahrungen oder geteilte Sterbevisionen beschäftigt hat. Und auch er hat selber eine solche Erfahrung gemacht. Begonnen hat es jedoch mit einer eigenen Nahtoderfahrung.

All das änderte sich am 29. Dezember 1979 auf einer Skitour außerhalb von Lake Tahoe. Am 29.

Dezember 1979, im Alter von 17 Jahren, veränderte sich das Leben des Psychotherapeuten und Direktors des Shared Crossing Projects für immer. William Peters stürzt bei einer wagemutigen Abfahrt mit seinem Freund schwer und alles wird schwarz um ihn herum. Er beschreibt das Erlebnis als ein Gefühl, als sei alle Energie aus seinem Körper gesogen worden.

Und dann beschreibt er das, was viele andere Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, auch erlebt haben. Er entfernt sich immer mehr von seinem Körper, steigt immer weiter in die Höhe, bis er schließlich die Erde sehen kann. Er trifft auf ein warmes Licht, eine Wesenheit, die er als Gott empfindet, weil er, wie er selbst sagt, katholisch erzogen wurde.

Er wird irgendwann wieder in seinen Körper zurückkatapultiert. Doch dieses Erlebnis, diese Nahtoderfahrung, so sagt er, hat sein ganzes Leben verändert. Und sie hat auch dazu geführt, dass er sich später mit den geteilten Sterbevisionen beschäftigt hat.

Mehr als 800 Menschen hat er interviewt. Im Jahr 2022 veröffentlicht William Peters sein Buch At Heaven's Door und stellt dort wirklich faszinierende Geschichten von solchen geteilten Nahtoderfahrungen oder geteilten Sterbebedvisionen vor. Und in diesem Buch erzählt er auch, was er im Jahr 2000 selbst erlebt hat.

Nach seinem eigenen Nahtoderlebnis ist er Teil einer Sterbebedvision eines Sterbenden. Peters beginnt in einem Hospizprojekt mitzuarbeiten. Der Sterbende, den er Ron nennt, liebt es, wenn man ihm vorliest.

Es geht ihm immer schlechter. Und Peters liest ihm aus Jack Londons Ruf der Wildnis vor. Plötzlich spürte Peters, dass er seinen Körper verließ, und auch der Sterbende Ron schwebte über seinem Körper.

Die beiden schauen sich an und Peters sieht strahlende Augen, ein lebendiges Gesicht, ein Körper, der nichts mit dem zu tun hat, was in der Krankenhöhle unter ihnen liegt. Der neue Ron strahlte ihn an und sagte, ist das nicht cool? Das ist der Ort, wo ich jetzt bin. Ist das nicht wundervoll? Einige Momente später, so beschreibt Peters, kehrte er wieder in seinen Körper auf den Stuhl zurück.

Er las Ron weiter vor, dessen Augen geschlossen blieben. Kurze Zeit nach diesem Ereignis verstarb Ron. Das ist schon krass, oder? Was für ein Gefühl muss das sein, wenn man sowas erlebt hat, oder sagen wir, wenn man sowas gespürt hat? Ich habe euch in der ersten Folge ja erzählt, dass mein Vater vor gut 30 Jahren gestorben ist und dass ich seitdem wirklich sehr, sehr gerne wissen würde, ob er noch irgendwo ist.

Ich spüre, dass er da ist, bin mir aber nicht sicher, ob das nicht einfach mein ganz, ganz starker Wunsch und auch meine Sehnsucht nach ihm ist. Ich war an dem Abend, als er gestorben ist, 250 Kilometer entfernt und ich muss leider sagen, ich habe tatsächlich nichts gespürt. Er hat nicht Abschied von mir genommen.

Ich habe ganz früh am nächsten Morgen dann erfahren müssen, durch einen Telefonanruf, dass er gestorben ist. Mit meiner Familie, vor allen Dingen mit meiner Mutter, die Gott sei Dank noch lebt, unterhalte ich mich natürlich auch immer wieder und wir sprechen von ihm, auch nach all den Jahren, weil einfach die Zeit mit ihm stehen geblieben ist, aber trotzdem gehört er zu uns. Meine Mutter ist, was das Thema Leben nach dem Tod angeht, genauso zwiegespalten wie ich, glaube ich.

Sie hat aber so in der ersten Zeit nach seinem Tod ein Erlebnis gehabt, eine Erfahrung, von der sie auch jetzt immer noch wieder erzählt. Sie war damals noch als Hebamme tätig und musste im Winter nachts los bei Eis und Schnee und ist bei uns die Hauseinfahrt runtergefahren, das geht so einen Berg runter, und hat dann gemerkt, dass sie die Kontrolle über das Fahrzeug verliert. Das Auto ist weggerutscht auf dem Eis oder auf der eisigen Straße.

Und sie sagt, dann hatte sie plötzlich das Gefühl, dass jemand ins Lenkrad gegriffen hat und ihr geholfen hat, wieder die Kontrolle über das Auto zu bekommen. Und sie sagt bis heute, sie war sich ganz sicher, dass das mein Vater war. Diese Vorstellung hat für mich nach wie vor was unheimlich Schönes.

Und je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, auch bei den ganzen Recherchen jetzt dazu, merke ich, wie zwiegespalten ich da wirklich bin. Auf der einen Seite denke ich, nein, Quatsch. Das ist alles Wunschdenken, das wünschen wir uns so sehr, dass es weitergeht und wir wollen einfach nicht, dass die Menschen, die wir lieben, die uns wichtig sind, dass sie für immer verschwunden sein sollen.

Und genauso wenig wollen wir, dass es mit uns irgendwann vorbei ist. Und auf der anderen Seite, ich weiß es nicht, ich bin zwiegespalten. Würde mich sehr freuen, wenn ihr weiterhin kommentiert oder mir gerne eine Nachricht schreibt.

Die E-Mail-Adresse findet ihr in den Shownotes. Oder schickt mir eine Sprachmemo bei Instagram unter Schattenwisper. Ein Teil der Sterbebettvision heißt ja immer Zeuge.

Es war ein Zeuge da, der eine Sterbebettvision dann miterlebt hat. Ähnlich wie bei einer Nahtoderfahrung, wo ja auch Zeugen dann sagen, wo Verifizierungen stattfinden können, überzeugen. Aber bei den Sterbebettvisionen ist es das Besondere, dass die Sterbebettvision des Sterbenden miterlebt wird von einem oder mehreren Zeugen.

Moment mal, was sagt dieser Mann da? Geteilte Sterbebettvisionen von mehreren Personen? Okay, der Mann, den ihr da gerade gehört habt, ist Prof. Dr. Wilfried Kuhn. Er war Chefarzt in der Neurologischen Klinik in Schweinfurt. Auch er hat sich intensiv und jahrelang mit dem Thema Sterbeforschung und mit der sogenannten geteilten Sterbevision beschäftigt.

Das Phänomen einer geteilten Sterbebettvision von mehreren Menschen schildert William Peters auch. In seinem Buch »At Heaven's Door« schildert er die Geschichte von Brad und mehreren anderen obdachlosen Männern, die in einem verlassenen Gebäude gemeinsam lebten und an HIV infiziert waren. Einer von ihnen, einer ihrer Kumpel, liegt im Sterben.

Und die Männer erleben Folgendes. Der sterbende Randy lag neben einem kleinen Feuer, das sie für ihn gemacht hatten, als plötzlich ein ganz strahlendes Licht erschien. Zuerst dachte Brad, dass es von dem Feuer käme.

Doch dann wurde ihm klar, dass das ein anderes Licht war, das nicht vom Feuer kam. Er fühlte sich leicht und etwas berührte sein Herz, zog an seinem Herz. Er sah sich um und bemerkte, dass alle Anwesenden auf Randy fixiert waren.

Plötzlich war es, als ob das Gebäude sich öffnen würde und die Silhouette des Körpers von Randy stieg auf in eine Säule von Licht. Der deutlich jüngere Randy sah auf sie hinunter, er strahlte und sah deutlich gesünder aus als der sterbende Körper unter ihm. Er dankte jedem von ihnen und stieg dann in das Licht über ihnen und war verschwunden, genau wie das strahlende Licht.

Die Männer bildeten einen Kreis um den verstorbenen Körper von Randy, hielten sich an den Händen und weinten. Es war klar, dass der Randy, den sie kannten und liebten, an einen anderen Ort gegangen war, wo es ihm gut geht und er lebt in seinem Seelenkörper. Wie auch immer man diese Geschichte tatsächlich bewerten möchte, ich finde sie absolut berührend.

Und wieder dringt sich mir der Gedanke auf, was für ein schönes Gefühl muss das sein, wenn man so etwas erlebt und das nicht nur alleine erlebt, sondern gemeinsam. Das muss doch eine Gewissheit geben, dass es tatsächlich mit uns weitergeht nach dem Tod. Oder es ist doch nur Wunschding.

In dem geschilderten Fall ein kollektives Wunschdenken. Allerdings kommen wir jetzt zu einem Bereich, der etwas schwierig ist. Denn wenn es tatsächlich mit uns weitergeht und wenn Menschen die Gewissheit haben, dass es so ist, und wenn sie dann auch noch die Gewissheit haben, dass das, was nach unserem Tod kommt, so unfassbar schön ist, birgt das nicht auch eine Gefahr in sich? Wir haben in den letzten Jahren im Netzwerk Nahtoderfahrung wiederholt von Menschen gehört, die eine Nahtoderfahrung hatten und sich dann umgebracht haben, beziehungsweise es versucht haben, sich zu töten.

Und das ist eine Problematik, die bisher in der Literatur kaum bekannt ist. Und ich finde es ganz wichtig, darauf hinzuweisen und zu überlegen, wie man dem entgegentreten kann. Der Psychologe, Philosoph, Theologe Joachim Nicolai ist Vorstand im Netzwerk Nahtoderfahrung e.V., das ich euch in der ersten Folge schon vorgestellt habe.

Und er spricht hier ein Thema an, das, wie ich finde, man tatsächlich auf jeden Fall in den Blick nehmen sollte. Wenn man sich mit dem Thema Nahtoderfahrung und der Frage, hat man tatsächlich einen Blick ins Jenseits geworfen und den ja offensichtlich sehr positiven Auswirkungen auf die Menschen hat, beschäftigen sollte. Lasst uns hier nochmal einen Blick auf die ersten beiden Folgen werfen.

Denn da ist ja deutlich geworden, dass eine Nahtoderfahrung zu einer großen Veränderung im Leben der Menschen geführt hat. Und die größte Veränderung? Die uralte Angst vor dem Sterben löst sich wie ein Nebel auf. Was einmal bedrohlich war, wird plötzlich zu einem natürlichen Übergang, vor dem man keine Furcht mehr haben muss.

Warum dann also nicht sofort in diese wunderbare andere Welt? Vor allem auch mit Blick darauf, dass viele ja erzählt haben, wie schwer es wieder ist, nach diesem Erlebnis zurück ins Leben zu kehren, im normalen Leben wieder Fuß zu fassen. Dr. Nicolai bezieht sich auf zahlreiche Studien und betont dann, tatsächlich ist das nicht der Fall. Wenn man Nahtoderfahrene befragt, also es gibt ja viele Studien, die sich mit den Nachwirkungen der Erlebnisse beschäftigen, dann sagt die große Mehrheit der Betroffenen, dass sie seit ihrem Erlebnis dem Suizid gegenüber eine sehr viel ablehnendere Einstellung haben als vorher.

Und das liegt offensichtlich auch daran, dass viele von den Nahtoderfahrenen zurück ins Leben gekommen sind mit dem Bewusstsein, dass ihr Leben hier noch nicht vorbei ist, dass sie noch eine Aufgabe zu erfüllen haben und dem Gefühl, dass sie hier gebraucht werden. Gefühlsmäßig bleibt für mich so ein Erleben natürlich schwer nachvollziehbar. Aber ich finde den Gedanken sehr beruhigend und ich finde die Studien, die belegen, dass Menschen dann nicht eher sagen, nein, ich möchte dieses Leben tatsächlich nicht mehr, es geht weiter nach dem Leben, deswegen beende ich dieses Leben jetzt, um in das Jenseitige zu kommen.

Das ist nicht so, das finde ich definitiv beruhigend, das kann ich rational zumindest nachvollziehen. Im Übrigen ist ein weiteres Argument auch, dass Menschen keinen weiteren Suizidversuch unternommen haben, deswegen, dass sie feststellen mussten, es geht weiter. Ich kann mein Leben gar nicht beenden, denn es geht weiter mit mir, mit irgendetwas von mir, nennen wir es Seele, nennen wir es Bewusstsein.

Das heißt, sich selbst das Leben zu nehmen, bringt gar nichts, denn es hört nicht auf. Ich kann mir vorstellen, dass das ein eher negatives Empfinden ist und deshalb möchte ich an dieser Stelle auch nochmal auf die Shownotes hinweisen. Da habe ich euch mehrere Links reingesetzt, bei denen ihr Hilfe findet, wenn ihr tatsächlich Suizidgedanken habt oder wenn ihr jemanden kennt, um den ihr euch Sorgen macht.

Ihr findet da mehrere Ansprechpartner, mehrere Seiten, an die ihr euch in beiden Fällen wenden könnt. Schaut da bitte unbedingt auch nochmal rein. Ein Thema in diesem Zusammenhang möchte ich euch jetzt aber nochmal besonders ans Herz legen.

Also ich finde, die Frage stellt sich natürlich vor allen Dingen bei Kindern und Jugendlichen. Und hier geht es um die Frage, was kann geschehen, wenn Kinder und Jugendliche davon überzeugt sind, dass sie das Paradies gesehen haben. Da kann das Ganze sehr dramatisch sein.

Es gibt eine Nahtodforscherin mit dem Namen Phyllis Atwater, die schreibt, während bei Erwachsenen Nahtoderfahrungen im Allgemeinen suizidabschreckend wirken, lässt sich dasselbe für Kinder leider nicht sagen. Ihr könnt euch vorstellen, dass wenn schon Erwachsene Schwierigkeiten haben, jahrelang über ihr Erlebnis zu berichten und sich auch als Außenseiter fühlen, um wie viel schlimmer muss das bei Kindern und bei Jugendlichen sein. Die Frage ist also, kann eine Nahtoderfahrung bei einem Kind oder Jugendlichen die Suizidnahkung verstärken? Und wenn das so ist, was kann man dagegen tun? Hier stelle ich euch Anregungen vor, die ihr mit weiteren wichtigen Informationen auf der Website von Netzwerk Nahtoderfahrung findet.

Wenn ein Kind, ein Jugendlicher einen Herzstillstand hatte, sollte man die Möglichkeit einer Nahtoderfahrung in Betracht ziehen. Hören Sie Kindern oder Jugendlichen aufmerksam zu, wenn Sie Nahtoderfahrungen erwähnen. Kinder sprechen manchmal davon, dass sie nicht in ihren Körper zurückwollten oder sie erwähnen zum Beispiel eine Kommunikation mit Geistern.

Vertrauen Sie der Realität des Kindes und verhalten Sie sich diskret in Bezug auf das, was Ihnen mitgeteilt wird. Helfen Sie dem Kind dabei zu unterscheiden, wann und mit wem es über nahtodbezogene Erlebnisse sprechen kann. Seien Sie darauf vorbereitet, das Kind durch Veränderungen und Anpassungsphasen zu begleiten.

Eignen Sie sich Wissen über Nahtoderfahrungen an, sei es durch Lektüre oder durch Gespräche mit Nahtoderfahrenden. Unterstützen Sie das Kind, wenn es ein zunehmendes Interesse an Spiritualität zeigt. Das kann sich zum Beispiel im Wunsch nach häufigeren Kirchen besuchen oder nach Gebeten ausdrücken.

Manchmal zeichnen sich Kinder, die eine Nahtoderfahrung hatten, auch durch ein besonderes Interesse an tiefen Gesprächen über die Bedeutung und den Sinn des Lebens aus. Sie können das Kind dazu ermutigen, sowohl über seine Nahtoderfahrung als auch über den Anpassungsprozess etwas zu schreiben und oder zu malen. Eltern können ein Tagebuch führen, das sie zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Kind teilen können.

Bei besonders ausgeprägten Anpassungsschwierigkeiten kann therapeutische Hilfe nützlich sein. Besonders Kunst- und Musiktherapie können hilfreich sein. Wenn das Kind ein bis zehn Jahre alt ist, wäre eine Spieltherapie angemessen.

Wandler zwischen dem Dies oder dem Jenseits? Das habe ich als Frage für diese kleine Serie zum Thema Nahtoderfahrungen gewählt. Und ganz unabhängig davon, ob ihr glaubt, dass Nahtoderfahrene tatsächlich einen Blick ins Jenseits geworfen haben, und ganz unabhängig davon, ob ihr glaubt, dass es ein Jenseits gibt, finde ich es ganz wichtig, dass man das, was Menschen da erlebt haben, ernst nimmt. Und entsprechend ernst sollte man auch das nehmen, was das für diese Menschen bedeutet.

Vor allen Dingen mit Blick auf Kinder. Jetzt aber möchte ich überleiten zu dem letzten Schwerpunkt unserer kleinen Reihe, den ich in der ersten Folge schon angekündigt habe. Jetzt hören wir mal, was Menschen, die tagtäglich mit dem Tod zu tun haben, zu diesem Thema zu sagen haben.

Wir hören einen Bestatter. Mein Name ist Erik Vrede und ich bin Bestatter. Als Bestatter, aber auch als Erik, gehen mir Fragen im Kopf herum.

Sehen die Verstorbenen mir dabei zu, wie ich sie wasche und beerdige? Oder sind sie eigentlich schon viel zu weit entfernt von ihrer Hülle? Sind sie einfach ausgeknipst? Weg? Wie die meisten von uns frage ich mich, was geschieht nach dem Tod? Erik Vrede, früher in der Musikbranche als DJ und Manager tätig, ist heute Podcaster und seit 2014 Bestatter. Und offensichtlich beschäftigt ihn die gleiche Frage wie mich. Und offensichtlich hat auch er noch keine befriedigende Antwort gefunden.

Schade. Schön aber, dass auch er nicht aufgibt. Ich halte mich selbst für eher rational.

Trotzdem möchte ich mich für alles öffnen und jedem Hinweis folgen. Mein erstes Ziel führt mich nach Holland. Na, klingelt was bei euch? Genau.

Tim van Lommel ist Kardiologe und Wissenschaftler. Er ist einer der weltweit bekanntesten Sterbeforscher. Offensichtlich hat er Bewusstsein messen können im Zustand klinischen Todes.

Ist das der Beweis für eine Seele? Van Lommel erforscht seit fast 50 Jahren das Sterben und was danach passiert. Er hat mit hunderten Patienten gesprochen, die eine sogenannte Nahtoderfahrung gemacht haben. Ja, und das, was Erik Frede dann in dem Interview erfährt, das wisst ihr schon, wenn ihr Folge 1 gehört habt.

Wenn nicht, dann hört auf jeden Fall nochmal Folge 1 von Schattenwispern. Was aber hat das Gespräch mit Tim van Lommel in Erik Frede ausgelöst, als er hört, dass Lommel sagt, unser Bewusstsein existiert nach dem Tod weiter. Unser Bewusstsein ist Teil eines großen Bewusstseins aller Menschen.

Danke, für den haben wir Menschen, unsere Bewusstseine, alle miteinander verbunden. Immer und zu jeder Zeit. Dann könnten sich ja Ideen, Gefühle und Gedanken wie von selbst verbreiten.

Hm, vielleicht ist es ja das, was wir Eingebungen nennen. Das würde auf jeden Fall erklären, warum so viele Menschen das Gefühl haben, dass ihre Verstorbenen mit ihnen sprechen oder ihnen etwas mitteilen, so was wie eine Eingebung oder eine Botschaft oder zumindest das Gefühl, dass die Menschen, die schon gegangen sind, trotzdem irgendwie immer noch bei ihnen sind. So wie ich das ja auch bei meinem Vater fühle.

Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob er tatsächlich noch irgendwo ist. Ich möchte mal mit jemandem sprechen, der selbst schon eine Nahtoderfahrung gemacht hat. Anki Iwaz hatte vor 10 Jahren einen schlimmen Unfall und wurde in ein künstliches Koma gelegt.

Was in dieser Zeit passiert ist, möchte sie mir erzählen. Spätestens da realisierst du, jetzt sterbe ich. Dann hat es mich aus meinem Körper heraus katapultiert.

Und ich guckte von 2 m Entfernung auf diesen brennenden Körper. Und dann sah ich, wie mein 14-jähriger Sohn ins Wohnzimmer stürzte und sich da auf mich schmiss. Und das war dann das erste Mal, dass ich mich in den Körper gelegt habe.

Und dann kamen Sanitäter und Hubschrauber. Die flogen ihn nach München in die Brandklinik. Du sprichst da in 3. Person? Ich war nicht mehr dieser Körper.

Da hat eine Identifikation aufgehört. Eine Identifikation mit dem Körper. Anke wird aufgrund schwerer Verbrennungen in ein künstliches Koma versetzt.

Was aber dann passierte im Krankenhaus, war, da plötzlich eine riesengroße Präsenz auftauchte. Eine Lichtgestalt. Und der sprach mich an und sagte, Anke, hier gibt es für dich im Moment nichts mehr zu tun.

Ich würde dir gern was zeigen. Ich war sehr neugierig, was jetzt passiert. Der hat mich aus diesem Krankenhaus rausgezogen.

Das war ganz irre. Ich hatte das Gefühl, ich löse mich auf in ihm. Das ist aber kein Auflösen, dass man einen Verlust hat.

Sondern man bekommt ganz viel dazu. Dieser Zustand ist ganz neutral. Der ist so wertfrei.

Aber der Zustand selbst ist relativ ruhig. Ich hatte ganz viele Fragen. Ich wollte verstehen, warum ich mir das Leben so schwer gemacht habe.

Er hat mir ganz viele Zusammenhänge erklärt. Und dir wird plötzlich alles klar. Du nimmst irgendetwas wahr, eine Kleinigkeit.

Und dir werden zeitgleich alle Zusammenhänge bewusst. Dein Bewusstsein ist so ausgedehnt, dass du auf alles Zugriff hast. Ich muss jetzt hier erstmal wieder einen Cut machen.

Ich weiß noch nicht, wie es euch geht. Aber ich habe tatsächlich mindestens 2 widerstreitende Gefühle in mir. Das eine ist ein unheimlich schönes Gefühl.

Ich merke mal wieder, dass wenn ich auch Anke zuhöre und höre, wie gut es ihr in diesem Zustand ging, wie auch immer man den beschreiben möchte, dass sich das einfach sehr, sehr schön anfühlt. Und dass ich mir wünsche, so etwas, wenn ich mal irgendwann gehen muss, auch fühlen kann. Auf der anderen Seite merke ich aber auch, dass ich das ganz schwer nachvollziehen kann, wenn sie an die Stelle kommt, wo sie sagt, dass sie dann alles verstanden hat.

Dass diese Lichtgestalt, die übrigens immer wieder als Lichtgestalt bezeichnet wird von ganz vielen Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten, dass die ihr es ermöglicht hat, irgendwie alles zu verstehen. Da merke ich, da hört es dann bei mir auf. Das finde ich ganz schwer nachzuvollziehen.

Und trotzdem hat es etwas unheimlich Beruhigendes. Wie geht es euch damit? Schickt mir eine E-Mail oder eine Nachricht per Instagram oder gern auch eine Sprachmemo. Die Daten findet ihr in den Show Notes.

Und Anke? Sie wurde nach neun Tagen aus dem Koma zurückgeholt. Sie hat ihre schweren Verletzungen nicht nur überlebt, sondern es geht ihr mittlerweile sehr gut. Sie hat ihr Leben komplett geändert.

Und vor allen Dingen schaut sie mit einem ganz besonderen Gefühl in die Zukunft, in die Ewigkeit. Hast du noch Angst davor, zu sterben? Nein. Ich sterbe nicht.

Wenn etwas stirbt, dann ist es der Körper. Und wo kommst du hin, wenn du stirbst? Was glaubst du jetzt? Ich glaube nicht, dass es einen Ort gibt, zu dem wir kommen. Sondern ich werde wieder zu dem, was ich vorher auch war, nämlich zu Bewusstsein.

Und was denkt der Bestatter Erik Frede nun? Das, was Anke im Koma erlebt hat, ist erstaunlich. Für mich irgendwie auch schwer zu erklären. Auf mich macht Anke einen unglaublich glücklichen Eindruck.

Vielleicht sollte jeder mal so eine Erfahrung machen. Vielleicht aber reicht es auch, wenn wir einfach manchmal ruhig werden, in uns reinhorchen und vielleicht spüren, ob irgendjemand irgendwo noch ist und uns sagen möchte, alles gut. Es geht weiter, irgendwie, mit dir und mit uns allen.

Schön wär's, oder? Und wie tief die Verbindung zwischen zwei Menschen sein kann, die sich sehr geliebt haben, auch über den Tod hinaus, das wird deutlich in einer Sprachmemo, die mir Marie geschickt hat. Eine Sprachmemo, die mich sehr berührt hat und für die ich sehr dankbar bin. Diese Sprachmemo, die spiele ich euch jetzt komplett vor, unkommentiert.

Es war Ende Oktober 2002. Es war ziemlich stürmisch. Also es muss irgendwie so um den 20., zwischen dem 20.

und 26. sage ich mal. Ich müsste also jetzt wirklich nachgucken.

Am 22. wär's gewesen. Da musste ich mit meiner Tochter ins Krankenhaus, weil sie epileptische Anfälle hatte.

Mehrere in Reihe über den Tag. Ich kannte mich damals noch nicht mit Epilepsie aus und wie ich ihr helfen könnte. Auf jeden Fall waren wir dann halt im Krankenhaus und ich wurde gefragt, ob ich ihr Valium gegeben hätte.

Ich habe gesagt, nein, ich gebe meinem Kind kein Valium. Ich wusste damals noch nicht, dass das ein Notfallmedikament bei Epilepsie ist. Auf jeden Fall bekam sie dann eben ein Notfallmedikament, damit sie diese Krämpfe lösen konnte.

Danach bekam meine Tochter starke Tachycardien, also einen Puls von über 350, der gemessen worden ist in der Notaufnahme. Sie bekam mehrere Dosen, ich glaube 3 Dosen Notfallmedikament für das Herz. Und dann hat sie dann auch und danach war sie eigentlich nicht mehr ansprechbar.

Sie war komatös, also es war eine Art Wachkoma. Sie musste nicht beatmet werden, aber sie war nicht ansprechbar, ganz weit weg. Auf jeden Fall hatte meine Mutter in der Nacht darauf einen sehr merkwürdigen Traum.

Sie wurde von ihrer eigenen Urgroßmutter, nee Großmutter, von meiner Urgroßmutter besucht im Traum und ihr wurde aufgetragen, sie solle zu meiner Schwester in der Nähe von Köln hinfahren und aus ihrem Garten Möhren ernten und daraus eine Suppe kochen und ganz wichtig, das Möhrengrün sollte mitgekocht werden. Ja, eigentlich wusste sie gar nicht, ob meine Schwester Ende Oktober noch Möhren im Garten hat. Sie hatte angerufen, sie hatte also noch Möhren oder es müssten Möhren da sein, so hieß es.

Meine Mutter machte sich mit Zug und so auf den Weg und durch den Sturm, der da tobte, musste sie eine Zwangspause in Düsseldorf machen mit der S-Bahn und dort wurde sie von einem Fremden angesprochen, stellte sich heraus, dass das ein Kurde war, dessen Sohn in einem Gefängnis war und er betete sehr viel für seinen Sohn und dieser Kurde schenkte also seine eigene Gebetskette und ein Schutzamulett meiner Mutter, sie sollte das dem Kind bringen und am Kopfende aufhängen und das wäre ein sehr wertvolles, also durch die vielen Gebete wäre das eine ganz wichtige Gebetskette. Meine Mutter nahm das dankend an und fuhr dann irgendwann weiter zu meiner Schwester, ich möchte das jetzt nicht verweislich ausladend erzählen, auf jeden Fall wurde die Suppe gekocht und als Erklärung nach in dem Garten von meiner Schwester war ein Teil, also einige Schuppen Erde aus dem früheren Garten meiner Urgroßmutter, also dieser Frau, die da im Traum meiner Mutter begegnet ist und die fuhren dann beide zusammen im Auto ins Krankenhaus, wo meine Tochter lag und waren froh, dass sie heile angekommen sind, weil sehr viele Bäume umgestürzt sind, es war also ein ganz schwerer Sturm an dem Tag und ich fuhr auch kurz nach Hause vom Krankenhaus, als meine Mutter und meine Schwester da waren, weil ich ein paar Sachen holen wollte und kurz unter die Dusche springen wollte und auf dem Rückweg zum Krankenhaus hatte ich dann so eine Stimme im Ohr, ich sollte keine unglücklichen Seelen mitbringen, ich sollte aufpassen, dass ich weder ein Tier noch einen Menschen verletze, also sehr vorsichtig fahren, es war ganz merkwürdig, ich weiß auch jetzt heute nicht, ob ich mir das eingebildet habe oder ob es diese Stimme wirklich gab und es war alles sehr, sehr gruselig und natürlich war man auch sehr besorgt, weil das eigene Kind da im Koma liegt. Mir wurde noch gesagt, es wäre die Nacht der Entscheidung, also war das alles ganz merkwürdig, also sehr, sehr gruselig auch.

Meine Mutter hatte noch weitere Anweisungen, sie sollte aus rotem Stoff so eine Art Schleifenband nähen und dem Stofftier, es war so ein Elefant von Siegekick, um den Hals binden und das an das Kopfende legen, dieses Stofftier. Und es sollten rote Vorhänge, wenn möglich, zugezogen werden, damit keine bösen Geister, bösen Seelen in das Zimmer kommen, weil im Koma wäre sie sehr verletzlich und man müsste sich schützen davor. Und deswegen sollte ich eben auch sehr vorsichtig fahren, das passte irgendwie alles.

Naja, die Nacht ging vorüber, am nächsten Tag passierte noch nichts, zwischendurch hatte meine Tochter immer wieder epileptische Anfälle oder Herzrhythmusspürungen, sie bekam dann Medikamente, aber ansonsten, sie hätte auch wirklich sterben dürfen in diesem Krankenhaus, das war ein anthroposophisches Haus. Die hatten auch übrigens rote Vorhänge, warum auch immer das so, weil denen aus der Denkweise ist, also rote Vorhänge auf der Intensivstation und nach, ich glaube, drei oder vier Tagen ist meine Tochter dann endlich wieder aufgewacht und hatte Probleme mit dem Magen und Darmbereich, wohl auch, weil sie so viele Krämpfe im Magen hatte durch die Epilepsie und sie konnte eigentlich nichts essen, aber diese Möhrensuppe, die blieb bei ihr drin, da brauchte sie nicht erbrechen und sie wurde wirklich mit dieser Möhrensuppe an den ersten Tagen gepäppelt und es machte irgendwie alles Sinn. Es ist alles ganz merkwürdig gewesen.

Wir sind sonst also nicht so, dass wir so komische Geschichten oder so lesen oder wie auch immer. Also man kann natürlich sagen, klar, vielleicht hat man irgendwo was aufgeschnappt, aber für uns war das völlig real und es war ganz wichtig, alles zu befolgen und irgendwie scheint es wichtig gewesen zu sein. Meine Tochter wurde irgendwie immer von so Schutzengeln begleitet, also danach und sie hatte auch eine ganz tolle Ausstrahlung.

Wildfremde Menschen kamen hinter uns her, zum Beispiel auf so ein Stadtfest, da war ein Kopflechter und er konnte nicht anders, er musste wirklich hinter uns herlaufen, um meiner Tochter einen geflochtenen Korb, also einen seiner eigenen geflochtenen Körper, zu schenken. Das war ihm total wichtig. Also das ist nicht normal, so was.

Dann eine andere Beobachtung von einer Frau, die hatte mal gesagt, also die hatte irgendwie Säfte bei einem Drogeriemarkt zu probieren gegeben und als meine Tochter reinkam und ich reinkam und ihr diesen Saft dann anbot, ob sie den probieren möchte, da wäre alles hell geworden, weil so viel Liebe im Raum war. Ich denke, ja, meine Tochter war ein ganz besonderer Mensch und das war gut, dass wir alles gefolgt haben. Vielleicht bin ich verrückt, ich weiß es nicht, aber ich denke, da ist irgendwas gewesen.

Er heißt Schattenwispern. Falls auch ihr Geschichten habt, die im Verborgenen wispern, schreibt mir. Wenn euch diese Episode gefallen hat, lasst gerne einen Like da, schreibt einen Kommentar und abonniert Schattenwispern auf eurer Lieblings-Podcast-Plattform und auf Instagram.

Bis zur nächsten Episode, haltet die Ohren offen für das leise Wispern um euch herum. Ich bin Sonja Wolfer und das war Schattenwispern. Auf bald dort, wo sich Realität und das Geheimnisvolle begegnen.

Das würde auf jeden Fall erklären, warum viele Menschen das Gefühl haben, dass... was auch immer. Und jetzt hört... keine Ahnung was. Ihr habt es natürlich schon gemerkt.

Das, was Frau Friedrich da erlebt, unterscheidet sich deutlich von dem, was bisher in Schattenwispern Thema war. Die Nachtoderfahrung. Frau Friedrich ist nicht diejenige, die gestorben ist.

Aber auch sie hat offenbar ein Erlebnis gehabt, das eine Verbindung zum Jenseits, eine Verbindung zu ihrem verstorbenen Mann darstellt. Das, was Frau Friedrich da erlebt hat, nennt man in der Sterbeforschung ein geteiltes Nahtoderlebnis oder auch eine geteilte Sterbevision. Und sie berichtet weiter.

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