Ein Hellseher als letzter Strohhalm gegen den Terror?
Shownotes
TRIGGERWARNUNG
In dieser Folge geht es um, Terror, Gewalt und Mord.
WORUM GEHT'S?
Ermittler arbeiten im Entführungsfall von Hanns Martin Schleyer mit einem niederländischen Hellseher zusammen, in der verzweifelten Hoffnung, den von der linken Terrororganisation Rote Armee Fraktion Entführten zu retten: Karten werden ausgebreitet. Tonbänder laufen mit. Hinweise werden geprüft. Und bis heute ist unklar, wie ernst der Staat diese „paranormale Spur“ wirklich nahm – und warum man später versuchte, alles zu vertuschen.
Diese True Story erzählt von einem Terrorfall, der ein ganzes Land lähmte, von der langen deutschen Tradition der Kriminaltelepathie sowie von verzweifelten Entscheidungen hinter verschlossenen Türen und der Frage:
👉 Wie weit darf ein Staat gehen, wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht? 👉 War das Hellsehen eine echte Spur – oder nur ein Strohhalm in der Angst? 👉 Und warum versucht man bis heute, alles geheim zu halten?
Eine wahre Geschichte über Terror, Macht, Angst, Medien – und darüber, wie dünn die Grenze zwischen Vernunft und Verzweiflung sein kann.
Quellen und weiterführende Literatur
Hauptquelle:
Schellinger, U. (2018). Hellsehen für den Staat: Gerard Croiset und die Suche nach Hanns Martin Schleyer (1977). Zeitschrift für Anomalistik, Band 18, S. 76-103. DOI: http://dx.doi.org/10.23793/zfa.2018.76 Online verfügbar Zur RAF und zum Deutschen Herbst:
Bundeszentrale für politische Bildung: Die Geschichte der RAF Bundeszentrale für politische Bildung: Frauen in der RAF Bundeszentrale für politische Bildung: Die Rote Armee Fraktion (RAF) Deutsches Historisches Museum: 1977 - Deutscher Herbst Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier zum Terrorismus
Aust, S. (1989). Der Baader-Meinhof-Komplex. München: Knaur.
Pflieger, K. (2011). Die Rote Armee Fraktion – RAF (3. Auflage). Baden-Baden: Nomos. Zu Hanns Martin Schleyer:
Konrad-Adenauer-Stiftung: [Hanns Martin Schleyer - Biogramm](https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/per Schleyer: Eine deutsche Geschichte. München: Beck.
Bundeszentrale für politissonen/biogramm-detail/-/content/hanns-martin-schleyer-v1) Hachmeister, L. (2004).che Bildung: Deutschlandarchiv Tagesschau Sondersendung 19. Oktober 1977: Hanns Martin Schleyer tot aufgefunden Zur Kriminaltelepathie und Parapsychologie:
Die Kriminalpolizei: „Psychic detectives" auch in Deutschland? Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP) Gesellschaft für Anomalistik e.V. Hergovich, A. (2005). Psychologie des Übersinnlichen. Bern: Huber.
Bauer, E. (1998). Hans Bender und die Gründung des „Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene". In J. Jahnke et al. (Hrsg.), Psychologiegeschichte (S. 460–476). München: Profil.
Seeling, O. (1929). Verbot der Beschäftigung von sogenannten Kriminaltelepathen. Zeitschrift für Parapsychologie, 7, 401-404.
Tremper, W. (1977). Aufsehenerregende Enthüllung: Ein Hellseher sah Schleyers Versteck. Bunte vom 3. November, 17-19.
Wehner, B. (1978). Selbstbezichtiger – Geistesgestörte – Übersinnliche …: Über die Anwendung übersinnlicher Methoden im polizeilichen Ermittlungsverfahren. Kriminalistik, 32(3), 111-114.
Wimmer, W. (1978). Okkultfahndung auch noch heute? Kriminalistik, 32(3), 109-110. Dr. Michael Schetsche, Privatdozent, Uwe Schellinger, M. A.Psychic detectives“ auch in Deutschland? Hellseher und polizeiliche Ermittlungsarbeit (S. 142 - 146) Spiegel: Parapsychologie - Alle Hellseher Betrüger? 27.01.1959 Archivquellen (zitiert nach Schellinger, 2018):
Archiv des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V., Freiburg i. Br.
Archiv Het Johan Borgmanfonds Foundation (AHJBF), Nachlass Gerard Croiset
Transkript anzeigen
00:00:00: Herbst, die Republik hält den Atem an.
00:00:07: Hans Martin Schleier, Präsident des Arbeitgeberverbandes, ist seit Anfang September in der Hand der terroristischen rote Armeefraktion RAF.
00:00:19: Drei Polizisten und sein Fahrer wurden bei der brutalen Entführung erschossen.
00:00:26: Die Ermittler suchen fieberhaft nach dem Versteck.
00:00:29: Jede Spur wird verfolgt.
00:00:34: Doch was die Öffentlichkeit erst Wochen später erfährt.
00:00:38: In ihrer Verzweiflung greifen die Ermittler zu einem ungewöhnlichen Mittel.
00:00:43: Sie konsultieren einen Heldseer.
00:00:46: Gérard Croixet aus den Niederlanden, international bekannt für seine angeblichen paranormalen Fähigkeiten, soll helfen, Schleier zu finden.
00:00:56: Dies ist die Geschichte eines verzweifelten Versuchs eines spektakulären Scheiterns und der Frage, Wie weit darf ein Staat gehen, wenn es um Leben und Tod geht?
00:02:00: Der Deutsche Herbst.
00:02:02: Um zu verstehen, warum die Ermittler in den letzten Jahren einen solchen unkonventionellen Weg einschlugen, müssen wir zurückgehen zum fünften September, in den letzten Jahren.
00:02:15: wird Hans Martin Schleyer in Köln in der Nähe seiner Wohnung vom Kommando Siegfried Hausner der Roten Armee Fraktion entführt.
00:02:25: Die Aktion ist von brutaler Gewalt geprägt.
00:02:29: Wie der Historiker Uwe Schellinger in seiner wissenschaftlichen Untersuchung dokumentiert, bei der Entführungsaktion wurden Schleyers Fahrer und drei Begleitbeamte von der RAF erschossen.
00:02:43: Doch wer war Hans Martin Schleyer?
00:02:46: Und was war die RAF?
00:02:49: Hans-Martin Schleyer, geboren, war zum Zeitpunkt seiner Entführung einer der mächtigsten Personen der deutschen Wirtschaft.
00:02:58: Er war Präsident der Deutschen Bundesvereinigung, der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Bundesverbandes der deutschen Industrie.
00:03:07: Schleyer verkörperte für viele das Establishment der Bundesrepublik, die Macht der Wirtschaft und die Kontinuität der Eliten.
00:03:18: Doch seine Biografie war durchaus belastet.
00:03:22: In der NS-Salt war Schleier überzeugter Nationalsozialist gewesen, Mitglied der NSDAP, und seit der S.S.
00:03:30: auch der S.S Seit der S.S.
00:03:31: war Schleier überzeugter Nationalsozialist gewesen, und seit der S.S.
00:03:32: auch der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S.S seit der S. Ein ehemaliger Nationalsozialist, der auch nach dem Untergang des sogenannten Dritten Reiches eine erfolgreiche Karriere in der Bundesrepublik Deutschland machte.
00:03:58: Bei der CDU-politisch nahe stehenden Konrad Adenauer Stiftung heißt es über Schleier, Die Jahre nineteenhundertvierzig bis achtundvierzig verbringt er in französischer Kriegsgeschwangenschaft, vor allem seine Mitgliedschaft.
00:04:12: In der als verbrecherische Organisation eingestuften SS wird von der französischen Besatzungsmacht als Grund für seine Inhaftierung angeführt.
00:04:22: Nach seiner Entlassung im Frühjahr nineteenhundertvierzig reicht der im Oktober des selben Jahres den Antrag auf Endnazifizierung ein.
00:04:31: Er wird schließlich als Mitläufer ohne Syne-Maßnahmen eingestuft.
00:04:35: Die dafür anstehende Geldbuße ist durch seine Inhaftierung bereits abgegolden.
00:04:42: Eine Biografie, in deren Kontext der Nationalsozialismus und seine Verbrechen totgeschwiegen wurde.
00:04:50: Herzlich willkommen bei Schatten bis wann.
00:04:53: Die Rote Armee Fraktion, RRF, für die einen Terroristen, für die anderen selbst ernannte Stadt Guerilla, eine soziale Protestbewegung, auch damals schon in den Neunzehntenhundertsiebzigerjahren, ich benutze die Terror, die Medien um sich als Opfer zu präsentieren, nicht als Täter Gewalt jeder Terroranscheidung.
00:05:17: Die RRF entstand zu Verlassstudentenbedingungen der spät Vergangenheit, Zu Menschen, deren Leben von ungeklärten Erlebnissen begrenzt wurde, und zu ereignissen und flurige Meinungen sahen sich als bewaffnende Armtes, lehnt euch das, schließt die Augen und lasst euch vom Schatten des Bundesrepubliken und ihre Institutionen, ihre Wirtschaftselite.
00:05:43: Bereits mit der Wahl ihres namens rote Armeefraktionen legte die Terrororganisation ihre Ideologie offen.
00:05:51: die Nähe zur Sowjet-Armee und das Bild einer imaginären internationalen Bewegung.
00:05:59: Die Bundeszentrale für politische Bildung charakterisiert die RF als eine Gruppierung, die mit Gewalt gegen den imperialistischen Staat und seine Repräsentanten vorgehen wollte.
00:06:12: Ihr Ziel?
00:06:13: Die revolutionäre Umwälzung der bestehenden Gesellschaftsordnung.
00:06:19: Zwischen nineteenhundertsiebzig und neunzehundertsiebzig verübte die RAF zahlreiche Anschläge, Banküberfälle, Bombenanschläge auf US-Einrichtungen, Morde an Repräsentanten des Staates.
00:06:33: Neunzehundertsweinhundertsiebzig wurden die Köpfe der ersten Generation werftet, darunter Bader, Enslin und Meinhof.
00:06:42: Doch eine zweite Generation führte den bewahrten Kampf fort.
00:06:49: Um ihren Terror zu rechtfertigen, verbreitete die RAF Mythen von Isolationsfolter und staatlich angeordneten Mord.
00:06:58: Das Verbreiten von Hysterie und eine grundsätzliche Anti-Haltung waren das Markenzeichen der RAF.
00:07:06: Dabei agierte die Terrororganisation nicht nur auf bundesdeutschem Boden, sondern war international vernetzt.
00:07:14: Palästinensische Gruppen trainierten die deutschen Linksterroristen, die zudem von der Stasi der DDR massive Unterstützung erhielt.
00:07:25: Mit der Offensive seventy-seven erreicht der Terror der Roten Armee-Fraktion RRF im Jahr nineteen-hundert-seventeen seine Höhepunkt.
00:07:35: Im April verübt die RRF einen Mordanschlag auf den Generalbundesanwalt Siegfried Bubak.
00:07:42: Bei einem misslungenen Entführungsversuch im Juli erschießen die Terroristen Dresdner Bank-Chef Jürgen Ponto.
00:07:51: Ich erinnere mich noch daran, weil mein Vater damals bei der Dresdner Bank gearbeitet hat und nach Hause kam und gesagt hat, heute haben sie meinen Chef erschossen.
00:08:03: Und Anfang September, den Entführungsschleiers war Teil einer Erpressungsstrategie.
00:08:11: Die Terroristen wollten die Freilassung von elf inhaftierten RF-Mitgliedern erzwingen.
00:08:18: Es folgten eineinhalb Monate, die als Deutscher Herbst in die Geschichte eingehen werden.
00:08:24: Monate, die die Bundesrepublik bis ins Mark erschüttern.
00:08:31: Am threizend Oktober wird die Lufthansa-Maschine Landshut entführt, mit dem Ziel, im Austausch gegen die Geiseln inhaftierte, RRF-Terroristen freizupressen.
00:08:42: In der Nacht vom siebzehnten auf den achtzehnten Oktober gelingt die spektakuläre Befreiung in Mogadishu-Somalia.
00:08:52: In derselben Nacht nehme sich in Stammheim mehrere RRF-Terroristen das Leben, die sogenannte Todesnacht von Stammheim.
00:09:04: Schellinger schreibt, die Ereignisse des deutschen Herbstes, die im Grunde bis in die Gegenwart, auf lange Sicht, so wie ihre unmittelbare Vor- und Nachgeschichte prägten die Bundesrepublik Deutschland.
00:09:21: Einen Tag nach der Landswutbefreiung am neunzehnten Oktober, die Polizei entdeckt einen Audi-Hundert in Mulhaus im Elsass.
00:09:33: Die RAF hatte sie in Dorthin dirigiert.
00:09:45: Doch Wochen zuvor, als sie Suche nach Dr.
00:09:48: Hans Martin Schleyer auf Hochtouren lief, da gescheit war es, dass erst viel später an die Öffentlichkeit dringend sollte.
00:09:58: Zwölfter September, die Woche nach der Entführung.
00:10:04: In Freiburg im Preiskau nimmt Prof.
00:10:06: Hans Bender den Telefonhörer in die Hand.
00:10:10: Bender ist kein gewöhnlicher Professor.
00:10:13: Er leitet das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychologien und ist der bekannteste Parapsychologe Deutschlands.
00:10:24: Doch was ist Parapsychologie überhaupt?
00:10:28: Parapsychologie ist eine Forschungsgebiet, das sich mit Phänomenen beschäftigt, die sich nicht mit den etablierten naturwissenschaftlichen Methoden erklären lassen.
00:10:38: Sogenannte paranormale Phänomene.
00:10:41: Dazu gehören behauptete Fähigkeiten von Telepartie, die angebliche Übertragung von Gedanken ohne Sinnesorgane oder Heldsehen, des vermeintliche Wahrnehmens von Ereignissen oder Orten ohne physischen Kontakt.
00:10:58: Die Parapsychologie versteht sich selbst als empirische Wissenschaft, die mit experimentellen Methoden arbeitet, ihre Vertreter versuchen, paranormale Phänomene wissenschaftlich nachzuweisen.
00:11:12: Die etablierte Wissenschaft steht der Parapsychologie jedoch äußerst skeptisch gegenüber.
00:11:17: Wiederholbare, überzeugende Belege für paranormale Fähigkeiten fehlen bis heute.
00:11:25: Hans Benders Institut in Freiburg gegründet, war jahrzehntelang die zentrale Institution für parapsychologische Forschung in Deutschland.
00:11:35: Das Institut, heute immer noch existent, führte Experimente durch, sammelte Fallberichte und versucht, paranormale Phänomene zu dokumentieren und falsche derartige Phänomene zu entlarven.
00:11:50: Bender selbst hatte in den Neunzehnhundersiebzigerjahren durch Fernsehauftreter einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.
00:11:58: Am Telefon an jenem zwölften September neunzehnhundersiebundsiebzig ist Dr.
00:12:04: Johannes Kurt Klein.
00:12:06: Leitende Regierungsdirektor und zu diesem Zeitpunkt tätig an der Schule der Bundeswehr für Psychologischverteidigung in Euskirchen.
00:12:16: Was Bender seinem holländischen Bekannten Gérard Croissé am selben Tag mitteilt, klingt wie aus einem Spirna-Schurman.
00:12:26: Dr.
00:12:26: Klein will morgen Nachmittag zu Ihnen nach Uitrecht kommen.
00:12:31: Gérard Croissé Ein Name, der damals in ganz Europa bekannt ist.
00:12:36: Geboren in den Niederlanden, hat sich Quasé als Heldseer und Teiler einen internationalen Ruf erarbeitet.
00:12:44: Er behauptet, vermisste Personen aufspüren zu können.
00:12:48: Bender kennt ihn seit fifty-fünfzig persönlich und hält ihn wie Schellänger dokumentiert für einen der beeindruckendsten Personen mit paranormalen Fähigkeiten.
00:12:59: Doch wer ist dieser Dr.
00:13:01: Klein, der sich nun auf den Weg nach Utrecht macht?
00:13:05: Klein ist eine faszinierende Figur.
00:13:08: Geboren in Sachsen studierte er in Leipzig Literatur, Geschichte und Geografie.
00:13:15: Und das Wichtige?
00:13:17: Er beschäftigt sich im intensiven Selbststudium mit Parapsychologie.
00:13:22: Neunundvierzig promovierte er mit einer Arbeit über Form und Funktion parafysischer Phantome in der Dichtung der Romantik, eine der ersten universitären Abschlussarbeiten überhaupt zu einem parapsychologischen Thema in Deutschland.
00:13:36: Neunundvierzig fuhr Klein aus der DDR.
00:13:41: In den Siebzigerjahren war er ein bekannter Ostblocks-Experte und Kommunismusbekämpfer.
00:13:47: Klein fährt nicht allein nach Uitrecht.
00:13:51: Er wird begleitet von Wolfgang Salevsky.
00:13:54: Salevsky, geboren in nineteenhundertdreihundvierzig, ist Diplompsychologe und eine Schlüsselfigur in dieser Geschichte.
00:14:04: Nach der katastrophalen Geißelnahme bei den Olympischen Spielen nineteenhundertzweihundvierzig in München wurde er von der Polizei als Spezialist für Verhandlungsführung bei Geißelnahmen engagiert.
00:14:17: Er war maßgeblich am Aufbau der Spezialeinheit GSG IX beteiligt.
00:14:23: Und auch das ist wichtig, Salewski kannte Hans Bender persönlich.
00:14:29: Er war in Freiburg aufgewachsen, mit einem Sohn Benders zur Schule gegangen und hatte Anfang der neunzehntundersächsiger Jahre bei Bender Vorlesungen besucht.
00:14:41: Es ist kein Zufall, das ausgerechnet diese beiden Männer Klein und Zalewski, beide mit Interesse an Parapsychologie, beide mit persönlichen Verbindungen zu Handsbänder nun zu Schiracroix See reißen.
00:15:00: Doch bevor wir zu diesem spannenden Treffen kommen, müssen wir einen Schritt zurückgehen und fragen, wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass in einem der wichtigsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte ein hellseher konsultiert wurde.
00:15:17: Was heute absurd klingen mag, hatte in unzehnhundert siebzehnt in Deutschland bereits eine lange Geschichte.
00:15:25: Der Einsatz von Hellsehern in der Polizeiarbeit unter dem Begriff Kriminaltelepartie reicht zurück bis in die neunzehntzwanziger Jahre.
00:15:36: Schellinger dokumentiert Die Verwendung von paranormalen Methoden für die polizeiliche Ermittlungsarbeit und Verbrechensaufklärung hatte zum Zeitpunkt des Schleierfalls in Deutschland eine fast sechs Jahrzehnte lange Vorgeschichte.
00:15:53: In den Jahren der Weimarer Republik erlebte die Kriminaltelepartie einen ungeahnten Aufschwung.
00:16:00: Nach dem ersten Weltkrieg in einer Zeit wirtschaftlicher Not und steigender Kriminalität wandten sich immer mehr Menschen an Hellseher und überraschenderweise auch Polizeibeamte.
00:16:14: Namen wie August Trost, Kurt Münch oder der berühmte Erik Jan Hannussen machten Schlagzeilen.
00:16:22: Sie behaupteten, mit paranormalen Fähigkeiten Verbrechen aufklären zu können.
00:16:28: Die Reaktion der Behörden war gespalten.
00:16:32: Die Berliner Kriminalpolizei richtete nineteenhundertundzwanzig sogar eine eigene Abteilung ein, die Hellseherfälle sammeln und analysieren sollte.
00:16:43: Doch die Skepsis überwog.
00:16:45: Neunzehundertundzwanzig sah sich das bräussische Ministerium des Inneren gezwungen, einen eindeutigen Erlass herauszugeben.
00:16:56: Schellinger zitiert.
00:16:58: Es wurde den Beamtenuntersag, Telser, Teleparten und dergleichen zur Aufklärung strafbarer Handlungen heranzuziehen oder sich an Maßnahmen zu beteiligen, welche eine Aufklärung vermittels parapsychischer Fähigkeiten bezwecken.
00:17:15: In der Nazi-Zeit spielte Kriminaltelepartie kaum noch eine Rolle.
00:17:20: Doch nach dem Krieg lebte die Praxis wieder auf.
00:17:24: In den letzten Jahren erließ das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen erneut ein Verbot.
00:17:30: Doch – und das ist entscheidend – wissenschaftliche Experimente sollten im Rahmen polizeilicher Untersuchungen nicht unterbunden werden.
00:17:39: Und hier kommt Hans Bender ins Spiel.
00:17:42: Seit den neunzehntfünfziger Jahren wurde Bender zur zentralen Anlaufstelle für Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden, wenn es um paranormale Methoden ging.
00:17:52: Bender, das sei hier betont, war vorsichtig und warnte vor unkritischem Einsatz von okkulten Detektiven.
00:18:00: Doch einen Hellseher hob er stets hervor, Chera Croisi, ein Medium mit hellseherischen Fähigkeiten, der sich vor allem auf die Suche nach vermissten Personen spezialisiert hatte.
00:18:13: Dem bekannten holländischen Hellseher wollte Bender bemerkenswerte Erfolge einräumen.
00:18:18: Und so schließt sich der Kreis.
00:18:21: Als im September die Entscheidung stehen, ob sie an den Hälzer ja konsultieren sollten, greifen sie auf diese lange Tradition zurück und auf die Expertise Hans Wenders.
00:18:37: Doch welche Ratschläge gab Bender den beiden mit auf den Weg nach Üdrecht?
00:18:51: Die Fahrt nach Utrecht steht bevor.
00:18:53: Bender gibt folgende Anweisungen.
00:18:56: Klein solle Fotos mitnehmen, Kartenmaterial von Köln und Mannheim, aber vor allem, und hier wird es menschlich interessant, soll er sensibel mit Corsier umgehen.
00:19:09: Wenn das Worte festgehalten auf einer Tonbandaufnahme.
00:19:13: Noch ein Hinweis auf den Umgang mit Corsé.
00:19:16: Erst Halbjude war Widerstandskämpfer, hat Schreckliches mitgemacht während der Nazi-Besetzung.
00:19:22: Vielleicht darauf anspielen, dass diese Terrorakte die liberale Demokratie im Markt treffen.
00:19:30: Eine bemerkenswerte Passage.
00:19:32: Bender versucht, eine emotionale Brücke zu schlagen.
00:19:36: Corsé, der Widerstandskämpfer, der unter den Nazis gelitten hat, soll motiviert werden, gegen eine neue Form des Herrors zu kämpfen.
00:19:44: – – – – – – Was Sie nicht wissen?
00:19:57: Corsé hat sich bereits mit dem Fall beschäftigt.
00:20:01: Schon am Tag nach der Entführung am sechsten September.
00:20:05: hatte ein nicht näher identifizierbarer Bekannter aus Deutschland Corsé kontaktiert.
00:20:11: Corsé bekam daraufhin spontan einen Eindruck von Köln, so heißt es, als so eine hellziehrische Wahrnehmung.
00:20:18: Man weiß es nicht genau.
00:20:21: Am achten September erhielt Quase Berichte aus der Münchner Abendzeitung über die Entführung.
00:20:26: Am zwölften September einen Tag vor dem Treffen mit Klein und Salewski ließ er bereits erste Aussagen über eine Brücke und das reinüferten Köln von einem Freund überprüfen.
00:20:40: Gerard Quase war also wie Schellinger dokumentiert zwischen dem sechsten und dem zwölften September, durchaus intensiv mit dem spektakulären Entführungsfall beschäftigt.
00:20:53: Die Frage ist, hatte diese Vorbeschäftigung Einfluss auf das, was nun folgen sollte?
00:21:00: Das erste Treffen, September, ist der Haus von Gerard Croise.
00:21:09: Das Treffen findet unter höchster Geheimhaltung statt.
00:21:12: Bundesinnenminister Werner Mayhofer persönlich hat betont, dass nichts darüber in die Öffentlichkeit dringt.
00:21:19: Das Gespräch wird aufgezeichnet.
00:21:21: Jose ist Sekretär, Dick West, erstellt später ein siebenseitiges Transkript.
00:21:27: Was in diesem Transkript steht, ist kompliziert oder sagen wir wage.
00:21:34: Jose wird eine Karte von Köln vorgelegt.
00:21:37: Er zeigt auf die nördlichste Brücke.
00:21:39: Dort sagt er, befinde sich ein Versteck.
00:21:42: Zumindest eines Terroristen.
00:21:45: Er fährt die Skizzen an.
00:21:47: Er beschreibt in Haus in einer Seitenstraße ein bestimmtes Stockwerk, dann eine zweite Karte von Bonn.
00:21:54: Grozé spricht von einer Bushaltestelle.
00:21:57: Er zeichnet Straßen, Wege und Häuser.
00:22:00: Das Problem?
00:22:02: Die Karten selbst sind nicht mehr erhalten.
00:22:04: Was genau er bezeichnete, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
00:22:09: Doch Grozé sagt etwas dass die Ermittler aufhorchen lässt.
00:22:15: Zitat, war es ein gelber Mercedes, der erste Wagen?
00:22:20: Das wird bestätigt im Gespräch.
00:22:22: Danach ist er in einem alten Wagen umgestiegen.
00:22:26: Das sieht aus wie einen VW-Bus so ähnlich.
00:22:29: Ja.
00:22:30: Zitat Ende.
00:22:32: Ein gelber Mercedes war tatsächlich bei der Entführung verwendet worden.
00:22:37: Ist das ein Treffer?
00:22:39: Quasi gibt weitere Personen Beschreibungen.
00:22:42: Er erwähnt die Städte Mannheim und München, vor allem aber er ist überzeugt, dass Schleier noch lebt.
00:22:55: Nach rund einer Stunde endet das Gespräch.
00:22:58: Rossé gibt den Ermittlern mit auf den Weg, Zitat, sie gehen zurück nach Hause und prüfen so viel wie möglich diesen Angaben nach.
00:23:11: Die Rückfahrt nach Deutschland.
00:23:13: Klein ist euphorisch.
00:23:14: Er ruft Hans Bender an und erklärt, Rosé sei sofort ins volle gegangen, habe sofort sehr konkrete Hinweise gegeben.
00:23:22: Es hätten sich für den ganzen Fall so zentrale Erkenntnisse ergeben, dass, Zitat, wenn Koizidenz eintrifft, man sagen könne, es hat geholfen.
00:23:32: Klein behauptet sogar für Salewski, sei es das größte Erlebnis eines bisherigen wissenschaftlichen Lebens gewesen.
00:23:40: Doch stimmt das?
00:23:42: Was sagte Salewski selbst?
00:23:45: Am fünften September zwei Tage nach dem Treffen telefoniert Salewski mit Bender.
00:23:50: Seine Worte sind deutlich nüchterner.
00:23:54: Ja, verifiziert wurde die Beschreibung des Ortes, das stimmt sehr auffällig.
00:24:00: Er meint die Beschreibung rund um das Stichwort Brücke, doch dann kommt die entscheidende Frage.
00:24:07: Ob das der Ermittlung weiter hilft?
00:24:10: Zwei Männer eintreffen.
00:24:13: aber zwei völlig unterschiedliche Interpretationen.
00:24:18: Was geschah nun aber in den Tagen nach dem Treffen mit Corsé?
00:24:23: Die Ermittler versuchten Corsés Angaben zu überprüfen.
00:24:27: Hans Bender ruft am fünften September bei Corsé an und teilt ihm mit.
00:24:32: zur Ermutigung, Zitat, die äußeren Merkmale für Brücke wurden gefunden, nicht aber für Bushaltestelle.
00:24:40: Was bedeutet das jetzt konkret?
00:24:43: Die Quellen schweigen.
00:24:44: Doch es gibt einen reizelhaften Hinweis.
00:24:47: Der Journalist Stefan Aust berichtet in seinem Standardwerk der Bader-Meinhof-Komplex von einer nächtlichen Aktion.
00:24:57: In der Nacht vom vierzehnten auf den fünfzehnten September, also direkt nach dem Crosseetreffen, wurde ein bestimmter Stadtbezirk von Köln mit Pall-Antennen observiert.
00:25:07: Man suchte nach Wohnungen, in denen nach Sendeschluss noch Fernsehgeräte liefen.
00:25:13: Der Hintergrund, die Entführer hatten vorgeschlagen, den Abflug der freizulassenden RF-Gefangenen zwei Stunden nach Senneschluss im Fernsehen zu übertragen, austreibt, dass Jeracoise diesen Stadtbezirk genannt habe.
00:25:31: Köln, Mäsche nicht.
00:25:34: Haben die Ermittler also tatsächlich die Hinweise des Sensitiven, des Helziers aufgegriffen und ihre Suche nach Schleyer entsprechend organisiert?
00:25:44: Die vorliegenden Protokolle bestätigen das nicht eindeutig.
00:25:48: Die Hinweise bleiben vage, die Zusammenhänge unklar.
00:25:51: Der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der September, der.
00:26:12: Die Angaben zur Bonner Umgebung dagegen, die Haltestelle mit Holzbänken, Zitat, habe man nicht verifizieren können.
00:26:20: Rossé gibt neue Hinweise.
00:26:22: Karlsruhe, Hannover, wieder Personenbeschreibung, wieder die Versicherung, Schleier lebt.
00:26:30: Doch das überlieferte Gesprächsprotokoll, so konstatiert Schellinger, beinhaltet erneut keinerlei eindeutige Angaben.
00:26:38: Die Aussagen, Rossé, sind und bleiben vage.
00:26:42: Und was die Ermittler nicht wissen können, am sechzehn September zwei Tage vor diesem zweiten Treffen hatten die Entführer Schleier bereits aus seinem Versteck in Erfstadt-Liebler nach den Haar gebracht.
00:26:57: Die Suche in Deutschland war also längst aussichtslos geworden.
00:27:03: Am dreißigsten September, März zwei Wochen nach Guasís erster Konsultation, wird tatsächlich ein Mercedes in einer Tiefgarage in Köln Mische nicht gefunden.
00:27:14: Am vierten Oktober wird er geöffnet und man findet tatsächlich etwas.
00:27:20: Einen Manschettenknopfschleiers.
00:27:25: Am fünften Oktober wird eine konspirative Wohnung im Kölner Uni-Center entdeckt.
00:27:31: In der Luxemburger Straße, hundertzwanzig, in einem Hochhauskomplex, befand sich die Wohnung, die der RAF zur Vorbereitung der Entführung diente, möglicherweise als Planungszentrale, Treffpunkt oder Materiallager.
00:27:45: Wichtiger ist allerdings, Schleier war dort nie versteckt gehalten worden.
00:27:52: Wildtremper behauptet, in der Bunte am dritten November, in dieser Wohnung sei, Zitat, ein Blutbefleck des Hemdschleiers gefunden worden, und es sei möglicherweise Schleiers erstes versteckt gewesen.
00:28:07: Beides jedoch ist falsch.
00:28:10: Es wurde kein Hemdschleiers gefunden und Schleier wurde dort nie festgehalten.
00:28:16: Waren das dennoch Erfolge der Crosseekonsultation?
00:28:21: Genau das würden später Journalisten behaupten.
00:28:24: Doch die Chronologie passten nicht und die Ermittler selbst, Klein und Salewski, widersprechen sich.
00:28:31: Zwölfter Oktober, nineteenhundert siebenund siebzig.
00:28:35: Hans Bender kann es nicht lassen.
00:28:37: Er selbst reißt nun nach Houten bei Utrecht und Crosse persönlich zu treffen.
00:28:42: Und Crosse machte erneut Angaben.
00:28:46: Er erstellt Zeichnungen.
00:28:48: Doch jetzt vermutet er das Versteck nicht mehr in Deutschland, sondern in Holland.
00:28:52: Er spricht wieder von einer Bushalterstelle.
00:28:54: Er nennt Wassenaal in der Nähe von Den Haag als möglichen Ort.
00:29:00: Tatsächlich war Schleier zu diesem Zeitpunkt in Den Haag gewesen.
00:29:04: Allerdings nur bis zum zwanzigsten September.
00:29:08: Drei Wochen vor Benders Besuch hatten die Entführer ihn bereits nach Brüssel verbracht.
00:29:15: Corsé lag also geografisch nicht völlig falsch, aber zeitlich komplett daneben.
00:29:24: Bender jedoch ist überzeugt, der Mann ist auf der richtigen Spur.
00:29:30: Zurück in Freiburg lässt er die Tonbänder aller Gespräche von seiner Sekretärin abtippen.
00:29:36: Zur Dokumentation für die Nachwelt.
00:29:39: Er glaubt an Corsé.
00:29:46: Einen Tag nach der Landshutbefreiung.
00:29:49: Die ARF dirigiert die Polizei nach Mulhaus im Elsass.
00:29:54: Im Kofferraum eines Audi-Hunderts wird Hans-Martin Schleyer aufgefunden.
00:29:59: Er ist tot.
00:30:06: Alle Hoffnungen sind zerstört.
00:30:08: Jeracroise hat nichts zur Aufklärung und zur Auffindung Schleyers beitragen können.
00:30:15: Seine paranormalen Methoden waren gescheitert.
00:30:21: Doch diese Geschichte endet nicht hier.
00:30:25: Die Konsultation eines Hellseers des sensitiven Gérard Corsé sollte geheim gehalten werden.
00:30:33: Hans Bender weiß ein dringendes Anliegen, dass weder er selbst noch seine Institution öffentlich in Verbindung mit dem Fall gebracht wurden.
00:30:43: Ich bin weniger um eine persönliche Sicherheit besorgt als um die des Instituts, hatte er Johannes Kurt Klein am threizenten September mitgeteilt.
00:30:53: Doch die Geheimhaltung funktionierte nicht.
00:30:56: Schon am Tag nach dem ersten Treffen mit Croisee am vierzehnten September meldeten sich Journalisten der Zeitschrift Bunte bei Croisee Sekretär.
00:31:06: Sie baden um ein Foto des Hellseers.
00:31:09: Auch bei Bender in Freiburg wurden Pressevertreter vorstellig.
00:31:15: Noch am achtzehntnoktober Dem Tag der Landshuterstürmung stritt Bender gegenüber Reporteren von Bunte und Stern die beteiligen Croissées kategorisch ab.
00:31:26: Er erklärte, in dem Fall S, also Schleier, ist Croissé jedenfalls nicht ansprechbar.
00:31:35: Vor allem wolle er selbst nicht in dieser Sache genannt werden.
00:31:40: Dritter November, die Zeitschrift Bunte erscheint mit einer aufsehenerregenden Enttüllung.
00:31:48: Ein hellseher sah Schleyers Versteck, laute die Überschrift.
00:31:53: Der Autor will Trempa, ein bekannter und umstrittener Journalist.
00:31:59: Trempas Artikel ist reiserisch, doch wie bereits erwähnt, vieles davon stimmt nicht.
00:32:05: In der Wohnung wurde kein Hemd gefunden, Schleyer wurde dort nie versteckt.
00:32:10: Schellinger urteilt, Zitat Vieles am Bericht des Sensationsjournalisten Will Temper in der illustrierten bunte Entsprach nicht infarkten.
00:32:32: Ein Heldseer fahndet mit.
00:32:37: Auch hier wird behauptet, Corsé habe das Wohngebiet in Köln-Mesche nicht genannt, was zur Entdeckung des Mercedes geführt habe.
00:32:44: Doch die Chronologie, so haben wir gesehen, stimmt nicht.
00:32:47: Der Mercedes wurde erst am threißigsten September entdeckt, mehr als zwei Wochen nach Corsés hinweisen.
00:32:59: Der Spiegel veröffentlicht ein Interview mit Corsé.
00:33:04: Hans Bender ist entsetzt.
00:33:06: Er beschwert sich beim Spiegel und bei Johannes Kurt Klein.
00:33:10: Er schreibt nach Holland, Zitat, einen Vorgang als Top-Secret zu klassifizieren, scheint die günstigste Voraussetzung dafür zu sein, dass er allgemein bekannt wird, Zitat Ende.
00:33:23: Bender verdächtigt auch Salewski, die Informationen weitergegeben zu haben, doch Salewski beteuert seine Unschuld.
00:33:31: Wer die Presse informiert hat, bleibt bis heute ungeklärt.
00:33:38: Und die gegensätzlichen Aussagen widersprüchliche, so genannte Wahrheiten werden öffentlich postuliert.
00:33:46: Die Beteiligten widersprechen sich gegenseitig.
00:33:50: Johannes Kurt Klein beharrter Raub, Corsé, habe verwertbare Hinweise geliefert.
00:33:55: Wolfgang Saleski dagegen widerspricht.
00:34:00: Im Januar, Es stimme keinesfalls, dass die Aussagen von Quasi fündig geworden sind und Zitat überhaupt nicht, was in der Bunde steht.
00:34:12: Auch was der Stern geschrieben hat, ist nicht wahr, Zitat Ende.
00:34:16: Salewski spricht nur von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von einem, von Dann etwa etwa zwei Jahre später gibt es noch eine überraschende Wendung.
00:34:39: Wolfgang Salewski besucht Hans Bender in Freiburg.
00:34:42: Und laut Benders Gedächtnisprotokoll sagt Salewski nun etwas völlig anderes.
00:34:48: Crossees Angaben seien nicht intensiv genug verfolgt worden, sonst hätten sie – Zitat – wahrscheinlich zu einer Befreiung von Flyer geführt.
00:34:57: Ja, mehr noch.
00:34:58: Weitere Angaben von Croisee wiesen auf Liebler zwischen Köln und Bonn gelegen.
00:35:03: Doch hatte sich der Verdacht, so verdichte, dass Salewski dafür eintrat, das betreffende Gebäude zu stürmen.
00:35:10: Ein höherer Dienstgrad des BKA hat das verhindert.
00:35:14: Dort befand sich tatsächlich Schleier, damals noch lebend, in einem eingebauten Schrank im Flur.
00:35:20: Er hätte gerettet werden können, sagt Salewski.
00:35:29: Wenn das stimmt, wäre es sensationell.
00:35:32: Rossé hätte Schleyer gefunden.
00:35:34: Eine Rettung wäre möglich gewesen.
00:35:37: Nur die Polizeiführung hätte versagt.
00:35:40: Doch ist es glaubwürdig?
00:35:44: Schellinger ist skeptisch.
00:35:46: Diese Darstellung schreibt er, wirke widersprüchlich und in ihrem Entstehungsprozess zumindest fragwürdig.
00:35:57: Tja, was bleibt am Ende dieser Geschichte?
00:36:02: Uwe Schellinger kommt zu einem ernüchternden Fazit.
00:36:06: Zitat.
00:36:07: Welcher Art, die im Nachhinein von Kleinen und Bänder konstatierten, von Salewski relativierten Erfolge des Hellseers Quasebaren, kann angesichts der komplizierten Quellenlage letztlich nicht mehr bestimmt werden.
00:36:22: Die Protokolle sind unvollständig.
00:36:24: Die Karten, die Quasebenutze, sind verschwunden.
00:36:27: Die Aussagen der Beteiligten widersprechen sich.
00:36:30: Die Presseberichte sind teilweise falsch.
00:36:33: Was eindeutig ist, Chiracroixsee hat nicht dazu beitragen können, Hans-Martin Schleyer Leben zu finden.
00:36:42: Die Reaktion der Öffentlichkeit war eindeutig.
00:36:47: Der Mannheimer Richter Wolf Wimmer schrieb empört, Zitat, das aber jetzt nach hundert Jahren.
00:36:53: Naturwissenschaftliche Kriminalistik, Kriminalpsychologen im Ernst von solchen Paragnosten übersinnliche Hilfe für die Verbrecheraufklärung erhoffen, muss beim gegenwärtigen Bildungsstand allergrößte Verwunderung auslösen.
00:37:09: Der Fall Schleyer-Croix-See markiert einen Wendepunkt.
00:37:13: Deutsche Polizeibehörden wurden wie Schellingard dokumentiert in der Folge deutlich zurückhaltender, wenn es um paranormale Methoden ging.
00:37:23: Das Bundeskriminalamt äußert sich bis heute nicht offen zu dem Fall.
00:37:27: Auf Anfrage wurde mitgeteilt, Zitat, eine Einbindung des Hellseers-Quasee lässt sich anhand des gesichteten Aktenmaterials nicht belegen.
00:37:39: Herbst, und siebenundsiebzig.
00:37:41: Ein Staat in Angst greift nach jedem Strohhalm, selbst nach einem Hellseer.
00:37:47: Was als geheime Operation beginnt, endet als öffentliches Disaster.
00:37:53: Die Geschichte von Gerard Croiset und der Suche nach Hans-Martin Schleyer zeigt die Grenzen nicht nur von angeblichen paranormalen Fähigkeiten, sondern auch von Verzweiflung und falschen Hoffnungen.
00:38:06: Ich frage mich, hätte man mehr aus Croisets Hinweisen machen können, wie Klein und später Salewski behaupteten?
00:38:14: Oder waren seine Aussagen von Anfang an zu vage, zu unspezifisch, um wirklich hilfreich zu sein?
00:38:22: Und war es überhaupt richtig, in einem Fall dieser Tragweite paranormale Methoden zurückzugreifen?
00:38:31: In dem Artikel psychic detectives, auch in Deutschland, hellseher und putzeiliger Ermittlungsarbeit.
00:38:38: in der Zeitschrift der Gewerkschaft der Kriminalpolizei heißt es, Zitat, Die vorliegenden Quellen vermitteln den Eindruck, dass das BKA sich aufgrund der erschienenen Medienberichte offensiv von der Einschaltung des Hellseers Quassé distanzieren wollte und deshalb die Meinung verbreitete, die beiden Ermittler seien eigenmächtig vorgegangen.
00:38:59: Der Polizeipsychologe gegen beteuert, dass bestimmte Kreise im BKA seine Kontakte zu dem Hellseer zwar nicht gerne gesehen hätten, jedoch sei die in Anspruchnahme von Quassé Offiziell erfolgt.
00:39:15: Wenn der Druck groß ist, die Hilflussigkeit und ein Gefühl der Unmacht wächst, greifen wir Menschen auch in Behörden, möglicherweise besonders gern nach jedem Strohhalm, auch wenn er noch so ungewöhnlich erscheint, oder?
00:39:33: Diese Podcast-Folge basiert neben anderen Quellen auf der wissenschaftlichen Untersuchung des Historikers Dr.
00:39:40: Uwe Schellinger.
00:39:41: Erschienen in der Zeit-Schrift Anomalistik.
00:39:46: Den Link dorthin findet ihr wie immer in den Show-Notes.
00:39:51: Mal wieder bin ich sehr gespannt auf eure Gedanken.
00:39:56: Schreibt mir doch gerne eine Nachricht an info-at-schatten-wissbern.de oder auf Instagram bzw.
00:40:02: auf YouTube.
00:40:03: Gerne könnt ihr mir auch mitteilen, wenn euch bestimmte Themen besonders interessieren und ihr euch eine Podcast-Folge zu einem dieser Themen wünscht.
00:40:14: Bis zur nächsten Folge jetzt aber.
00:40:16: Bleibt offen, bleibt neugierig, aber bleibt auch kritisch.
00:40:22: Ich freue mich auf euch, wenn es wieder heißt.
00:40:27: Schattenwesbern, wahre Geschichten aus dem Verborgenen.
00:40:32: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert den Podcast, damit ihr keine Geschichte verpasst.
00:40:38: Hinterlasst gerne einen Kommentar, einen Like oder eine Bewertung.
00:40:43: Das hilft anderen Menschen, diese verborgenen Geschichten zu finden.
00:40:48: Habt ihr selbst eine Geschichte, die im Verborgenen whispert?
00:40:51: Schreibt mir auf Instagram oder über meine Website www.chattenwissbann.de.
00:40:58: Bis zur nächsten Folge, halte die Ohren offen für das Wispern um euch herum.
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