Nahtoderfahrung 1/3 - Wandler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits?
Shownotes
In dieser Folge erfährst du:
- Alicias bewegende Geschichte: 24 Jahre alt, zwei Wochen im Koma und eine Begegnung mit ihrem verstorbenen Opa
- Die klassischen Elemente einer Nahtoderfahrung nach Dr. Raymond Moody
- Wie Dr. George Ritchie mit seiner 9-minütigen Todeserfahrung die Forschung revolutionierte
- Dr. Pim van Lommels bahnbrechende Studien als Kardiologe
- Außergewöhnliche Berichte: Der taube Junge und telepathische Kommunikation
- Begegnungen mit unbekannten Verstorbenen und ihre späteren Enthüllungen
Triggerwarnung:
Diese Folge behandelt Themen rund um Krankheit, Tod und Koma-Erfahrungen.
Nächste Folge:
Die Gegenstimmen - Wissenschaftliche Kritik und neurologische Erklärungsansätze für Nahtoderfahrungen. Was sagen Skeptiker und wie antworten die Befürworter?
Host von Schattenwispern Sonja Wolfer
Weiterführende Links
Alicia begegnet ihrem verstorbenen Opa https://www.youtube.com/watch?v=nsPVSnnaaz0
Dr. Raymond Moody https://www.lifeafterlife.com/about
Buchtipps Raymond Moody Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung (Life after Life) 7 Gründe, warum wir an ein Leben nach dem Tod glauben dürfen Zusammen im Licht: Was Angehörige mit Sterbenden erleben
George Ritchie & Elizabetz Sherril Rückkehr von morgen
Was macht eine Nahtoderfahrung mit uns? https://www.youtube.com/watch?v=9KtJilnYFj0
Pim van Lommel [https://pimvanlom mel.nl/de/](https://pimvanlom mel.nl/de/)
Buchtipp Pim van Lommel _Endloses Bewusstsein _
Typische Merkmale von Nahtoderfahrungen https://netzwerk-nahtoderfahrung.org/index.php/nahtoderfahrung/faqs/haben-menschen-in-ostdeutschland-andere-nahtoderlebnisse-als-in-westdeutschland))))
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Redaktion: Sonja Wolfer**
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Transkript anzeigen
1 NTE 17.8.25 final
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Nachdem ich die Augen zugemacht habe und zu dem OP-Team gesagt habe, haut rein Leute, habe sie für mich nach zwei Sekunden später wieder aufgemacht und dann habe ich relativ schnell realisiert, ich bin nicht mehr in meinem Körper. Allgemein nennt man es ja die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod und da befand ich mich. Und dann habe ich gedacht, okay, was geht hier ab? Als Alicia, 24 Jahre, zwei Wochen lang im Koma liegt und um ihr Überleben kämpft, hat sie ein Erlebnis, das sich vielleicht nicht erklären lässt.
Sie hat eine Nahtoderfahrung und eine Begegnung, die besonders ist. Herzlich willkommen bei Schattenwispern, dem Podcast, der euch in die verborgenen Winkel unserer Welt entführt, wo Spannendes sowie Rätselhaftes auf das Alltägliche trifft und die Grenzen zwischen Realität und Mysterium manchmal zu verschwimmen scheinen. Ich bin Sonja Wolfer, Thriller-Autorin und leidenschaftliche Friedhof-Spaziergängerin.
In jeder Episode von Schattenwispern nehme ich euch mit auf eine Reise zu verlassenen Gebäuden mit rätselhafter Vergangenheit, zu Menschen, deren Leben von ungeklärten Erlebnissen geprägt wurde und zu Ereignissen, die sich jeder rationalen Erklärung zu entziehen scheinen. Lehnt euch zu, schließt die Augen und lasst euch vom Schattenwispern in den Bann ziehen. Triggerwarnung, in dieser Folge geht es auch um das Thema Krankheiten und Tod.
Bitte achtet gut auf euch und pausiert oder überspringt die Folge, falls ihr merkt, dass es zu viel wird. Im Koma erlebt Alicia etwas, was sie sich nicht hätte vorstellen können. Hätte mir das jemand vorher erzählt, sagt sie, hätte ich das nicht geglaubt.
Sie berichtet, dass ihre Seele ihren physischen Körper verlassen habe und sie sich von außen betrachten konnte. Ihr verstorbene Opa soll sie zwei Wochen lang durch ihr Koma begleitet haben und ihr am Ende eine Frage gestellt haben. Nachdem wir, mein Opa und ich, vor der Intensivstation standen und er zu mir gesagt hat, möchtest du mitgehen oder nicht? Und dann habe ich mir alles nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Hey, du hast das, was du dir in deinem Leben geplant hast, das hast du noch nicht mal gemacht. Du hast noch keine Kinder, du hast noch nicht geheiratet, du hast drei kleine Geschwister, du kannst sie doch nicht alleine lassen. Und dann ist er aus der Intensivstation raus, er hat die Türe aufgemacht, die Türe fiel zu und ich habe die Augen aufgemacht und dann war ich wach.
Ist es Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, tatsächlich gelungen, einen Blick in das Jenseits zu werfen? Gibt es Wandler zwischen dem Dies und dem Jenseits? Ist es diesen Menschen gelungen, verstorben wieder zu begegnen, ja sogar mit ihnen in Kontakt zu treten? Gibt es das Jenseits, ein Leben nach dem Tod überhaupt? Werden wir, wenn unser Körper aufhört zu existieren, weiterleben? Tun unsere Verstorbenen dies? Warten sie etwa auf uns irgendwo? Wenn ja, was von ihnen existiert denn dann eigentlich weiter? Ihre Seele, ihr Bewusstsein? Suchen sie etwa den Kontakt zu uns zum Beispiel, indem sie mit Menschen, die eine Nahtoderfahrung machen, in Kommunikation treten, ihnen sogar Botschaften senden? Manche von euch werden nicken, andere heftig mit dem Kopf schütteln, wieder andere mit den Schultern zucken, sich nicht sicher sein, ob und wenn ja, wie es mit uns weitergeht und ich bin jetzt schon auf eure Kommentare und Nachrichten gespannt. Die könnt ihr mir übrigens gerne per Mail schicken oder auch per Nachricht per DM auf Instagram unter meinem Account Schattenwespern. Um diese Fragen, die mehr als existenziell sind, diskutieren zu können, stelle ich euch in dieser und in den nächsten Folgen von Schattenwespern verschiedene Menschen vor.
Menschen, die überzeugt davon sind, dem Tod tatsächlich begegnet zu sein und davon berichten. Menschen, die Zeugen von solch einer Erfahrung waren. Und Menschen, die sich kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven als Wissenschaftler, als Philosophen, als Journalisten, als Bestatter mit diesen Fragen auseinandersetzen.
Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei unserer Reise, die uns vielleicht einen Blick ins Jenseits werfen lässt oder in eine Welt voll Wunschdenken. Ein Mensch liegt im Sterben. Während seine körperliche Bedrängnis sich ihrem Höhepunkt nähert, hört er, wie der Arzt ihn für tot erklärt.
Mit einem Mal nimmt er ein unangenehmes Geräusch wahr, ein durchdringendes Läuten oder Brummen und zugleich hat er das Gefühl, dass er sich sehr rasch durch einen langen dunklen Tunnel bewegt. Danach befindet er sich plötzlich außerhalb seines Körpers, jedoch in derselben Umgebung wie zuvor. Als ob er ein Beobachter wäre, blickt er nun aus einiger Entfernung auf seinen eigenen Körper.
In seinen Gefühlen, zutiefst aufgewühlt, wohnt er von diesem seltsamen Beobachtungsposten aus den Wiederbelebungsversuchen bei. Nach einiger Zeit fängt er sich und beginnt, sich immer mehr an seinen merkwürdigen Zustand zu gewöhnen. Wie er entdeckt, besitzt er noch immer einen Körper, der sich jedoch sowohl seiner Beschaffenheit als auch seinen Fähigkeiten nach wesentlich von dem physischen Körper, den er zurückgelassen hat, unterscheidet.
Bald kommt es zu neuen Ereignissen. Andere Wesen nähern sich dem Sterbenden, um ihn zu begrüßen und ihm zu helfen. Er erblickt die Geisteswesen bereits Verstorbener, Verwandter und Freunde und eine Liebe und Wärme ausstrahlendes Wesen, wie er es noch nie gesehen hat.
Ein Lichtwesen erscheint vor ihm. Dieses Wesen richtet, ohne Worte zu gebrauchen, eine Frage an ihn, die ihn dazu bewegen soll, sein Leben als Ganzes zu bewerten. Es hilft ihm dabei, indem es das Panorama der wichtigsten Stationen seines Lebens in einer blitzschnellen Rückschau an ihm vorüberziehen lässt.
Einmal scheint es dem Sterbenden, als ob er sich einer Art Schrank oder Grenze nähere, die offenbar die Scheidelinie zwischen dem irdischen und dem folgenden Leben darstellt. Doch wird ihm klar, dass er zur Erde zurückkehren muss, da der Zeitpunkt seines Todes noch nicht gekommen ist. Er sträubt sich dagegen, denn seine Erfahrungen mit dem jenseitigen Leben haben ihn so sehr gefangen genommen, dass er nun nicht mehr umkehren möchte.
Er ist von überwältigenden Gefühlen oder Freude, der Liebe und des Friedens erfüllt. Trotz seines inneren Widerstandes und ohne zu wissen wie, vereinigt er sich dennoch wieder mit seinem physischen Körper und lebt weiter. Bei seinen späteren Versuchen, anderen Menschen von seinem Erlebnis zu berichten, trifft er auf große Schwierigkeiten.
Zunächst einmal vermag er keine menschlichen Worte zu finden, mit denen sich überirdische Geschehnisse dieser Art angemessen ausdrucken ließen. Da er zudem entdeckt, dass man ihm mit Spott begegnet, gibt er es ganz auf, anderen davon zu erzählen. Dennoch hinterlässt das Erlebnis tiefe Spuren in seinem Leben.
Es beeinflusst namentlich die Art, wie der jeweilige Mensch dem Tod gegenüber steht und dessen Beziehung zum Leben auffasst. Das waren die Worte von Dr. Raymond Moody, einem US-Amerikaner und einem der beiden Pioniere rund um das Thema Nahtoderfahrung, die ich Euch in dieser kleinen Podcast-Serie zum Thema Leben nach dem Tod und Nahtoderfahrung vorstellen möchte. Das waren seine Gedanken, die er in seinem Buch Life After Life von 1975 vorstellt.
Auf Instagram unter Schattenwispern könnt Ihr Euch übrigens ein Bild von Dr. Raymond Moody machen und ein sehr charakteristisches Zitat von ihm lesen. Und jetzt hört selbst, was Raymond Moody über das Leben nach dem Tod denkt. So beantwortet Dr. Raymond Moody die Frage, was passiert mit uns, wenn wir gestorben sind.
Er sagt, wir treten in einen anderen Zustand der Existenz oder des Bewusstseins ein. Dieser Zustand, so Moody, unterscheidet sich so außerordentlich von dem räumlichen und zeitlichen Zustand, in dem wir leben. Rahmen der Realität, in der wir in der physikalischen, das heißt in der körperlichen Welt existieren.
Dieser Zustand ist so grundlegend anders, dass unsere Sprache noch nicht ausreicht, um diesen anderen Zustand von Existenz oder Bewusstsein passend zu beschreiben. Die Schwierigkeit, die passenden Worte zu finden, ist etwas, was mir bei meinen Recherchen immer wieder begegnet ist. Auch da ist es offensichtlich sehr, sehr schwer, passend zu beschreiben, was diese Menschen erlebt, was sie empfunden, was sie gesehen und was sie teilweise auch gefühlt haben.
Das wiederum führt natürlich dazu, dass Menschen, die davon überzeugt sind, dass sie einen Blick ins Jenseits geworfen haben, besonders vorsichtig sind, sich mitzuteilen, weil sie das Gefühl haben, sie können das, was sie da erlebt haben, anderen Menschen überhaupt nicht verständlich erklären. Häufig haben sie dann auch die Erfahrung gemacht, dass sie auf Unverständnis gestoßen sind, dass man sie nicht ernst genommen hat, sowohl im direkten, im familiären Umfeld als auch im Umfeld von Ärzten zum Beispiel. So schildert dann auch eine Betroffene, die vor über 20 Jahren eine Nahtoderfahrung hatte, in der Dokumentation vom Bayerischen Rundfunk vom Januar 2025, Ausflug ins Jenseits.
Was macht eine Nahtoderfahrung mit uns folgendes? Über ihr Nahtoderlebnis zu reden, ist für viele schwer. Umso wichtiger ist der Kontakt zu denen, die Ähnliches erlebt haben. Deswegen war ich total dankbar, wenn ich 2012 zu der Münchner Gruppe gekommen bin, Selbsthilfegruppe Nahtoderfahrung.
Dort habe ich erstes Mal im Leben Leute getroffen, die auch Nahtoderfahrung hatten. Und dort konnte ich mit Gleichgesinnten darüber reden. Also eigentlich ist das ja schon krass, dass Menschen, die so ein einschneidendes Erlebnis haben, dass sie so erfüllt Angst haben darüber zu sprechen.
Angst vor dem, wie wir anderen reagieren könnten und Angst vor unserer Skepsis und wahrscheinlich eben auch Angst davor ausgedacht zu werden. Wir werden uns mit den Skeptikern auf jeden Fall noch näher beschäftigen. Dass es aber überhaupt Selbsthilfegruppen für Menschen mit Nahtoderfahrungen gibt, dass es zum Beispiel auch das Netzwerk Nahtoderfahrungen gibt, das haben wir sicher einem Menschen zu verdanken, den ihr vorhin schon kennengelernt habt, einem der Pioniere von Nahtoderfahrungen, Dr. Raymond Moody, den ich euch jetzt einmal vorstellen möchte.
Ein Psychiater war es also, der Dr. Raymond Moody überhaupt auf das Thema Nahtoderfahrung gebracht hat. Ein Psychiater namens Dr. George Ritchie, der selbst Raymond Moody im Jahr 1965 von seinem eigenen Nahtoderlebnis erzählt hat. Es war im Dezember 1943, als der 20-jährige Soldat George Ritchie an einer Lungenentzündung in einem Armeekrankenhaus starb.
Er wurde vom Arzt für tot erklärt. Neun Minuten später kehrte er jedoch ins Leben zurück. Dazwischen, so berichtet er später, verließ er seinen Körper und flog durch die Luft Richtung Virginia, wo er das College besuchen wollte.
Plötzlich, so Ritchie, erschien Jesus in einem gewaltigen Licht und Liebe. Sein ganzes Leben zog vor ihm vorbei und Jesus fragte ihn, was hast du mit deinem Leben getan? Er führte Ritchie durch verschiedene Dimensionen von Zeit und Raum, wo er andere physische Wesen traf und andere Welten erblickte. Manche höllenähnlich, andere in himmlischer Brillanz.
Erst als George Ritchie zurück ins Krankenhaus flog und den leblosen Körper in der Leichenhalle sah, realisierte er, dass dieser Körper sein eigener war, er also gestorben war. Diese Erfahrung veränderte sein Leben für immer und lehrte ihn drei wesentliche Dinge. Die Bedeutung von Liebe und Vergebung, dass es höhere Wahrheiten und Realitäten jenseits des Lebens gibt und dass die Art, wie wir hier leben, bestimmt, wohin wir nach dem Tod gehen.
Ritchie berichtete von einem mysteriösen Erlebnis aus seiner Jugend im Alter von 20 Jahren. Er war also überzeugt gewesen, nach seinem Tod nahezu neun Minuten lang eine Reise ins Jenseits unternommen zu haben. Diese bemerkenswerte Episode seines Lebens bzw.
seines Sterbens sollte er später in seinem 1978 veröffentlichten Werk Return from Tomorrow ausführlich schildern. Die Buchdaten sowie alle Quellen übrigens mit Links zum Thema Nahtoderfahrung findet ihr in den Shownotes. Und jetzt mache ich hier mal einen kleinen Cut, weil mich doch sehr interessieren würde, welche Gedanken ihr hattet, als ihr von diesem Erlebnis dieses ehemaligen Soldaten und dann Psychiaters George Ritchie gedacht habt.
Auf mich wirkt das ganze ehrlich gesagt etwas pathetisch. Das liegt aber weniger an dem Inhalt dessen, was Ritchie damals eben wahrgenommen hat, erlebt hat, dass glaube ich wirklich, dass das wahrhaftig ist. Ob das tatsächlich so war, das weiß ich nicht.
Pathetisch sage ich deshalb, weil das so sehr religiös, christlich-religiös eingefärbt ist. Das ist meine persönliche Wahrnehmung, das ist mir ein bisschen too much. Ich wäre auf eure Meinung gespannt, wie ihr das ganze wahrgenommen habt.
Schreibt mir doch eine Nachricht, E-Mail-Adresse in den Shownotes oder schickt mir gerne auch eine Sprachmemo bei Instagram unter Schattenwispern. Und wenn ihr mir das Go gebt und auch euren Namen nennt, dann werde ich das, wenn es passt, in einer der nächsten Folgen auch gerne mit aufnehmen. Jetzt aber zurück zu Dr. Raymond Moody, auf den diese Begegnung mit George Ritchie und das Gespräch und das, was der erlebt hat, eine sehr, sehr große Wirkung hat und entscheidend dafür war, welchen Weg er dann als Forscher gegangen ist.
Im Laufe seiner Arbeit als Psychiater, als Forscher, als Arzt, auch als Trauerbegleiter, hat er also tausende von Menschen interviewt, die solche Nahtoderfahrungen hatten. Und er hat einmal gesagt, for half a century I have researched some of life's greatest mysteries. Mehr als 50 Jahre also hat er eines der größten Geheimnisse des Lebens erforschen dürfen und können.
Und er war nicht allein. Ich werde euch jetzt einen weiteren Pionier vorstellen, einen Holländer. Beide leben übrigens noch.
Und dieser Holländer ist Pim van Lommel, der jetzt zu Wort kommt. Herr Dr. van Lommel, Sie sind Kardiologe und zählen heute zu den international bekanntesten Sterbeforschern. Sie haben unter anderem eine vielbeachtete Studie veröffentlicht, die sich mit Nahtoderfahrungen von Menschen befasst, die nachweislich klinisch tot waren, als klinisch tot gegolten haben und reanimiert worden sind.
Ich möchte heute über den aktuellen Stand der Forschung, Ihrer Forschungen sprechen, aber ich möchte mit einer sehr persönlichen Frage beginnen. Was hat Sie ursprünglich dazu gebracht, sich überhaupt mit Nahtoderfahrungen zu beschäftigen? Gab es einen Patienten mit einer besonderen Geschichte? Was war der Start für Sie? Das erste Mal hörte ich im Jahr 1969 von einer Nahtoderfahrung. Also noch bevor Raymond Moody sein Buch Leben nach dem Tod schrieb.
Ich begann mich gerade in der Kardiologie zu spezialisieren und arbeitete in einer der ersten Koronastationen in den Niederlanden. Dort waren moderne Wiederbelebungstechniken möglich. Wir wandten Defibrillatoren an, auch die externe Thoraxkompression.
Eines Tages versorgten wir einen 44-jährigen Mann, der einen Herzstillstand hatte. Wir haben ihn wiederbelebt. Er hatte drei oder vier Schocks bekommen und sein Bewusstsein wiedererlangt.
Ich war der verantwortliche Arzt und als Team waren wir über die gelungene Reanimation natürlich sehr glücklich. Aber der Patient selbst war enttäuscht. Er erzählte mir dann, was er erlebt hatte, berichtete von einem Tunnel, von Licht, einer Landschaft, schöner Musik und so weiter.
Ich habe dieses Ereignis nie vergessen, aber es hat mich zunächst nicht weiter beschäftigt. Meine berufliche Spezialisierung stand für mich damals im Vordergrund. Und dieser Patient hat völlig frei davon gesprochen, von dieser Erfahrung.
Ja, aber es war aus meiner Sicht völlig unmöglich, dass jemand eine Erinnerung an eine Zeit der Bewusstlosigkeit haben sollte. Im Jahr 1986 habe ich dann ein Buch von George Ritchie bekommen, Rückkehr von Morgen. Aha, wieder George Ritchie, der auch Dr. van Nommel offensichtlich beeinflusst hat.
Dr. van Nommel hat aber als Kardiologe, das heißt also als Herzspezialisten einen eigenen Patienten kennengelernt, der eine solche Nahtoderfahrung hatte. Aber erst nachdem er das Buch von George Ritchie und sicherlich dann auch von Moody gelesen hatte, hat er das ernst genommen und hat sich dann seine ganze berufliche Laufbahn lang und auch jetzt noch mit dem Thema Nahtoderfahrungen beschäftigt. Er hat eine Langzeitstudie betrieben, hat sehr viel zu dem Thema veröffentlicht.
Das Herz steht still, die Atmung ist ausgefallen. Die Diagnose lautet klinisch tot. Kann man in einem solchen Zustand noch etwas wahrnehmen? Ja, sagt der Kardiologe Pim van Nommel.
Denn Millionen von Menschen, die eine solche Phase überlebten, berichten von Nahtoderfahrungen. Van Nommel illustriert seine Untersuchungen mit vielen eindringlichen Erfahrungsberichten. Seine Erkenntnisse sind spektakulär und stellen die bisher üblichen Erklärungsmodelle in Frage.
Denn selbst wenn das Gehirn nachweislich nicht mehr funktioniert, sagt er, können Menschen ein klares Bewusstsein erfahren. Eine Erkenntnis, die uns zwingt, über Leben und Tod neu nachzudenken. So heißt es auf seiner Website.
Unser Bewusstsein oder unsere Seele, unser Geist existiert also unabhängig von unserem Körper und unserem Gehirn. Heißt es, dass unsere Existenz unendlich ist? Pim van Nommel sagt ja und so hat er auch 2001 sein Buch veröffentlicht mit dem Titel Endloses Bewusstsein, das ich euch sehr empfehlen kann. Hier findet ihr nicht nur eine ausführliche und sehr systematische Vorstellung seiner Forschungen auf wissenschaftlicher Basis, sondern er lässt eine Menge Leute, die Nahtoderfahrungen hatten, zu Wort kommen.
Und ich werde euch jetzt einige Zitate vorstellen, die ich besonders eindrucksvoll fand. Der Tod ist nicht das Ende. Es liegt jenseits meiner Möglichkeiten, über etwas zu diskutieren, was nur der Tod beweisen kann.
Für mich hat diese Erfahrung jedoch entscheidend zu meiner Überzeugung beigetragen, dass das Bewusstsein auch über das Grab hinaus Bestand hat. Dabei ist mir eines klar geworden. Zu sterben heißt nicht, tot zu sein.
Denn der Tod ist nur eine andere Form des Lebens. Ich fürchte mich überhaupt nicht mehr vor dem Tod. Ich betrachte die Erfahrung als ein Geschenk.
Ganz ehrlich, auch wenn ich immer noch skeptisch bin, aber das hat was Tröstliches. Und hier kommt noch eine Geschichte aus Van Nommels Buch, die ich besonders interessant fand, denn er beschreibt auch Menschen, die keine Todeserfahrung in dem Sinne hatten, aber Menschen, die schwer krank waren, zum Beispiel Menschen, die im Koma lagen, wie ihr im folgenden Beispiel hört. Als ich 16 war, hatte ich einen schweren Mofa-Unfall.
Ich lag fast drei Wochen im Koma. Während dieses Komas hatte ich eine sehr erschütternde Erfahrung. Und schließlich kam ich zu einer Art Metallzaun.
Hinter dem Herr van der Gee stand, der Vater des besten Freundes meiner Eltern. Er sagte zu mir, ich dürfe nicht weitergehen. Ich müsse zurückgehen, denn meine Zeit sei noch nicht gekommen.
Als ich wieder bei Bewusstsein war und meinen Eltern die Geschichte erzählte, sagten sie mir, dass Herr van der Gee, während ich im Koma lag, gestorben wäre und beerdigt worden sei. Ich konnte gar nicht wissen, dass er tot war. Kommt euch das auch bekannt vor? Erinnert euch das nicht auch an Alice, die ihr ganz am Anfang schon gehört habt in dieser Podcast-Folge? Auch sie lag im Koma und hatte eine Nahtoderfahrung.
Allerdings ist sie einem Menschen begegnet, den sie schon kannte, ihrem Opa. Dieser junge oder junge Mann ist tatsächlich jemand begegnet, den er auch kannte, von dem er aber nicht wusste, dass er in der Zwischenzeit gestorben war. Auf jeden Fall spannend und auch beeindruckend.
Gleichzeitig, sagt mein kleines Zweifelteufelchen, er könnte es ja möglicherweise, während er im Koma lag, doch irgendwie mitbekommen haben, dass er gestorben ist. Möglicherweise haben seine Eltern an seinem Krankenbett davon gesprochen. Wer weiß.
Aber hier habe ich noch einen Bericht von jemand, der wirklich etwas sehr, sehr Beeindruckendes erlebt hat. Pim van Lommel lässt nämlich hier einen Jungen zu Wort kommen, der eine Nahtoderfahrung hatte und beschreibt, was er gesehen und gehört hat. Das Besondere an dem Jungen aber ist, er war taub von Geburt an.
Er erzählt. Dann kam ich an eine Grenze. Selbst mir, mit meinen 10 Jahren, musste das niemand erklären.
Mir war einfach klar, dass ich nie wieder zurückkehren könnte, wenn ich diese Grenze überschritt. Aber einige meiner Vorfahren standen auf der anderen Seite und zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Denn sie redeten in einer Art Telepathie miteinander.
Ich bin von Geburt an völlig taub. Alle meine Angehörigen können ganz normal hören und verständigen sich mit mir immer in Gebärdensprache. Und nun konnte ich auf einmal mit 20 meiner Vorfahren durch eine Art Telepathie direkt kommunizieren.
Das war eine überwältigende Erfahrung. Naja, man kann jetzt hier natürlich sagen Telepathie, okay, auch ein Tauber kann möglicherweise telepathische Informationen empfangen. Spannend war für mich in dem Fall aber die Frage, welche Zeichen denn das Gehirn eines Tauben tatsächlich verstehen, dekodieren kann.
Ich habe da mal per Plexity ein KI-Programm gefragt. Das hat auf die Frage, welche Unterschiede in der Sprache von tauben Menschen zu hörenden Menschen besteht mit Blick auf das Gehirn Folgendes gesagt. Die Entwicklung des Gehirns kann sich je nach Art des Spracherwerbs und bevorzugten Kommunikationswegs unterscheiden.
Bei Menschen, die von Kind an an Gebärdensprache nutzen, unterscheidet sich die Gehirnstruktur von denen, die nur Lautsprache zu verstehen versuchen, etwa beim Volumen der Grauensubstanz in bestimmten Arealen. Das Gehirn tauber Menschen passt sich also den visuellen Anforderungen der Gebärdensprache an. Das heißt, dass Menschen, die sich mit Gebärdensprache verständigen, damit kommunizieren, visuelle Eindrücke verarbeiten und damit entsprechend andere Gehirnregionen aktiviert werden.
Und das sollte also nach dem Tod anders sein. Spannend. Es bleibt spannend und es geht auch spannend weiter, denn Van Lommel beschreibt in seinem Buch auch Folgendes.
Einige Menschen sind sich während einer Nahtoderfahrung der Anwesenheit verstorbener Angehöriger oder Bekannter bewusst und erkennen sie auch eindeutig wieder. Manchmal sehen die Verstorbenen bei der Begegnung wieder ausgesprochen gesund aus, obwohl man sie aus der Zeit vor ihrem Tod noch als sehr schwach und krank in Erinnerung hatte. Wenn sie noch sehr jung waren, als sie starben, begegnet man ihnen manchmal als jungen Erwachsenen wieder.
Es kommt auch vor, dass man Personen sieht, denen man nie zuvor begegnet ist oder von deren Tod man nicht wissen kann. In einem solchen Moment ist man intensiv mit den Gedanken und Gefühlen derjenigen verbunden, die vor einem verstorben sind. Und dann zitiert er eine Person folgendermaßen.
Als ich während meines Herzstillstandes eine Nahtoderfahrung hatte, sah ich nicht nur meine Großmutter, sondern auch einen Mann, der mich liebevoll anschaute, den ich jedoch nicht erkannte. Etwa zehn Jahre später an ihrem Sterbebett erzählte mir meine Mutter, dass ich aus einer außerehelichen Beziehung hervorgegangen sei. Mein biologischer Vater war ein Jude, den man im Zweiten Weltkrieg abtransportiert und
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